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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 19:38 Uhr

Neujahrsempfang : Harrislee braucht mehr Helfer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr 146 Flüchtlinge aufgenommen. Die dauerhafte Akzeptanz der Zuwanderung hängt von der Handlungsfähigkeit der Kommunen ab.

„Genießen Sie den Abend!“, stand per Powerpoint in großen Lettern an der Wand. Und das taten die Harrisleer auch. Rund 400 Bürger strömten am Donnerstagabend ins Bürgerhaus, um anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs der Gemeinde das neue Jahr willkommen zu heißen, das unterhaltsame Programm zu genießen und viele bekannte Gesichter zu sehen. 400 Mal etwa begrüßten Bürgermeister Martin Ellermann und Bürgervorsteher Karl H. Rathje die Ankommenden per Handschlag. Bei Sekt, Wein und Gesprächen erfüllte familiär gemütliche, angeregte Stimmung das Foyer.

Den jazzig beschwingten „Sound of Swing“-Hintergrund schuf das Rita-Gäbler-Quintett: Tim Gildenast (Schlagzeug), Kai Stemmler (Bass), Bogdan Sczawinsky (Piano), Gabriel Koeppen (Saxophon) und Rita Gäbler (Gesang). „Den kleinen grünen Kaktus“ und „Wenn ich einmal reich wär“ steuerte der Gemischte Chor Frohsinn bei. Humorvoller Glanzpunkt war „Fischer Kai“, der mit Zuschauer Rolf so etwas wie norddeutsches „Synchronschwimmen“ übte und unter Lachen und Applaus mit Zuschauer Peter eine brennende Zigarette in Zuschauer Hugos Jacke verschwinden ließ. Die Gemeinde hatte diesmal für mehr Sitzplätze als bisher gesorgt. Eine Freundlichkeit für Ältere, die nicht den ganzen Abend stehen können.

Von einer Powerpoint-Präsentation begleitet boten Ellermann und Rathje abwechselnd einen Rückblick auf das Jahr 2015. Vom Beginn des vergangenen Jahres an bis heute habe Harrislee 146 Flüchtlinge aufgenommen, sagte Ellermann: „Damit kommt auf circa achtzig Einwohner ein Flüchtling. Ich stimme mit dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag überein, dass die dauerhafte Akzeptanz der Zuwanderung von der Handlungsfähigkeit der Kommunen abhängt“. Die Unterbringung der Flüchtlinge erfolge dezentral. Rathje wies hierzu auf die große Hilfsbereitschaft und Leistung vieler Ehrenamtlicher hin: „Bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen werden weitere ehrenamtliche Helfer benötigt. Wir wären sehr dankbar, wenn sich Interessierte im Bürgerhaus melden.“ Angebote der Flüchtlingshilfe seien der Deutschunterricht in unterschiedlichen Leistungsstufen, die Fahrradwerkstatt, die Kleiderkammer, das Willkommens-Café, Schwimm- und Fußballtraining, Hilfe im Haus der Kinder und der Jugend, in der Gemeindebücherei, nicht zuletzt der von der Gemeinde eingestellte hauptamtliche Flüchtlingsbetreuer Mohamed Ali Daly.

Als Ausblick für 2016 verwies Ellermann unter anderem auf die Autorenlesung mit Randi Crott am 27. Januar und die 3. Vereinsmesse im März.


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