"Flensburger Köpfe" : Hans Hinrich Pott

Hans Hinrich Pott
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Hans Hinrich Pott

Flensburg und Rum - das gehört zusammen. Hans Hinrich Pott (1809-1877) avancierte zu einem Großen in der Rum- und Spirituosenbranche.

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27. August 2009, 02:28 Uhr

Flensburg | Flensburg und Rum - das gehört einfach zusammen. Es gab Zeiten, da wurden in großem Stil Original-Rum und Zucker von den damals dänischen westindischen Inseln importiert und in Flensburg mit vor Ort hergestelltem Branntwein zum so genannten Rum-Verschnitt veredelt. Damit war der Ruf Flensburgs als Rumstadt begründet. Hans Hinrich Pott (1809-1877) avancierte zu einem Großen in der Rum- und Spirituosenbranche.

Hans Hinrich Pott, als Sohn eines Flensburger Tagelöhners geboren, hatte seinen berufliche Werdegang als Zimmermann begonnen, doch schon bald die Zeichen der Zeit erkannt und sein Glück als Destillateur gesucht - eine Erfolgsgeschichte, wie sich erweisen sollte. In der Bürgerschaft erzählte man sich, dass Pott den Rum auf seinen Westindienfahrten kennen und schätzen gelernt habe. 1848 eröffnete er in der Neustadt eine kleine Destille. Sein anerkanntes Fachwissen und sein ruhiges, bedächtiges Naturell trugen ihm den Nicknamen "Der Gute" ein. Dieser Beiname übertrug sich rasch auf den von ihm produzierten und verkauften Rum: "Der Gute Pott".
Nordertor als Warenzeichen
Kleine Mengen wurden zu Hans Hinrich Potts Zeiten kaum abgegeben. Der Rum wurde meist in Fässern oder Demijons (so genannte Glasballons) verkauft. Krämer und Gastwirte aus der Stadt oder der ländlichen Nachbarschaft kamen auch schon mal mit eigenen Gefäßen, um sich bei Pott Rum abfüllen zu lassen. Mit Können und Geschick brachte Pott das Unternehmen voran.

26 Jahre lang führte er als alleiniger Inhaber die Firma - dann legte er die Verantwortung in jüngere Hände: Anton Friedrich Schierning und Owe Lempelius erwarben das Rumhaus und expandierten gleich mit frischem Schwung. Sie erschlossen neue Märkte und erweiterten die Produktpalette.

Es entstand ein kombinierter Wohnhaus-Fabrik-Komplex gegenüber vom Nordertor. Das Unternehmen firmierte nun unter dem Namen H. H. Pott Nfgr. und ließ sich das Nordertor als Warenzeichen gesetzlich eintragen. Andreas Lorck-Schierning konzentrierte die Produktion auf den Artikel Rum und dehnte das Verkaufsgebiet aus bis nach Nürnberg, Berlin und Leipzig.

Ein nie zuvor erlebter Aufschwung setzte unter der Regie von Norbert Lorck-Schierning ein. Der Pott-Rum war zeitweise der meistgekaufte Rum in Deutschland und auch in den USA gefragt. Als der Markt in den 1970-er Jahren in Turbulenzen geriet, fusionierte das Flensburger Rumhaus mit dem Spirituosen- und Weinunternehmen A. Racke in Bingen. Die Produktion in der Rumstadt wurde eingestellt. Inzwischen befindet sich der gute alte Pott von 1848 unter dem Dach der Wiesbadener Unternehmensgruppe Henkell & Söhnlein.

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