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Schleswig : Handewitts Bürgermeister fordert Dahl heraus

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SPD, SSW und Grüne schicken Dr. Arthur Christiansen kurz nach dessen Austritt aus der CDU ins Rennen um die Verwaltungsspitze.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 07:24 Uhr

Schleswig | Die Schleswiger Sozialdemokraten steigen zum dritten Mal in den Bürgermeister-Wahlkampf ein, diesmal allerdings mit einem Paukenschlag: Gemeinsam mit dem SSW und den Grünen will die SPD den Handewitter Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen aufstellen. Die Nominierung hat eine pikante Note. Denn der Verwaltungschef aus dem nördlichen Kreisgebiet gilt als Konservativer, war bis vor zwei Wochen Mitglied der CDU. "Aus Unzufriedenheit mit der CDU-Bildungspolitik" hat er seinen Austritt erklärt.

Christiansen ist 48 Jahre alt, gelernter Verwaltungswirt und seit 2008 hauptamtlicher Bürgermeister der aus Jarplund-Weding und Handewitt fusionierten Großgemeinde Handewitt. Er hat sich den Ruf erworben, ein Macher zu sein, der Konflikten nicht aus dem Weg geht. "Ich bin geradlinig, ein Arbeitstier, aber nicht Everybody’s Darling", sagt er. Vor seiner Bürgermeisterzeit war er als Beamter für den Kreis Schleswig-Flensburg, die Stadt Flensburg und die Gemeinde Kronshagen tätig.

Aus Sicht von Birte Pauls, der Vorsitzenden des Schleswiger SPD-Ortsvereins, ist Christiansens Nominierung ein Glücksgriff für Schleswig. "Er verfügt über beste fachliche Qualifikationen, bringt Führungskompetenz und Durchsetzungsstärke mit und er ist hier beruflich wie ehrenamtlich seit Jahren bestens vernetzt", erklärt sie. Pauls war diejenige, die auf Christiansen wenige Tage nach Bekanntwerden seines CDU-Austritts zugegangen ist. Dieser erklärte sich jedoch nur dann zu einer Kandidatur bereit, wenn er als unabhängiger Bewerber von mehreren Parteien getragen werde. Daraufhin nahm die SPD-Chefin Kontakt zum SSW und zu den Grünen auf. "Auf Augenhöhe" habe man miteinander verhandelt und sei sich schnell einig geworden. Christiansen tritt gegen Amtsinhaber Thorsten Dahl und die Bewerber Frank Neubauer (CDU), Arne-Olaf Jöhnk (Freie Wähler), Ingo Harder (Bündnis für Bürger) und Ronny Haardt (unabhängig) an.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Handewitter Bürgermeister als Kandidat für das Bürgermeisteramt in Schleswig gehandelt wird. Über seine Nominierung haben die Sozialdemokraten bereits im Februar nachgedacht, kurz nachdem die Bürgermeister-Kandidatin Astrid Henriksen ihren Rücktritt erklärt hatte. Doch ein CDU-Mann auf dem SPD-Ticket wäre den Genossen nicht zu vermitteln gewesen, heißt es aus dem Ortsverein. Die SPD konzentrierte sich daraufhin auf die aus ihrer Sicht ebenfalls vielversprechende mögliche Kandidatin Ute Dirks, Verdi-Bezirksgeschäftsführerin. Kurz vor dem Abschluss der Gespräche zog sie sich aus persönlichen Gründen zurück.

Im dritten Anlauf soll es jetzt klappen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung demonstrieren SPD, SSW und Grüne mitten im Kommunalwahlkampf parteiübergreifend Harmonie. Die Genossen habe er mit seinen Vorstellungen zur Bildungs- und Sozialpolitik überzeugt, die Grünen mit seiner Haltung zur Umwelt- und Energiepolitik, den SSW mit seinem Einsatz für ein gutes Miteinander im Grenzland. In einer von Pauls und ihren Kollegen Michael Ramm (SSW) und Dr. Babette Tewes (Grüne) unterzeichneten Erklärung heißt es: "Damit bieten wir den Bürgern Schleswigs über alle Parteigrenzen hinweg einen parteilosen Kandidaten für das Bürgermeisteramt an, der ohne Altlasten aus der Ratsversammlung mit einem frischen Blick auf Schleswig sämtliche Baustellen kraftvoll anpacken wird."

Dies verfehlt seine Wirkung nicht. Christiansen fühlt sich sehr geehrt, für das Amt des Schleswiger Bürgermeisters nominiert zu werden, zumal - wie er deutlich macht - dieses Angebot zu einem Zeitpunkt kommt, an dem er auch für sich persönlich eine Zäsur setzen will. "Ich habe in Handewitt keine offene Baustelle mehr."

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