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Baugrundstück : Handewitt will Baulücken schließen

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein Planungsbüro prüft 1000 Grundstücke – die Arbeiten für 55 Wohneinheiten können sofort beginnen.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2017 | 16:04 Uhr

Handewitt | Für die Fläche nördlich der Bahnschienen in Handewitt wurden in den letzten Dekaden schon mehrere Anläufe unternommen, um sie in ein kleines Baugebiet zu verwandeln. Doch in der unmittelbaren Nachbarschaft von Norderkamp und dem neuen „Wohnpark“ dominiert noch immer die Botanik. Nun scheint Bewegung in die Szenerie zu kommen. Ein Investor wünscht ein Bauleitverfahren für das Areal mit einer Baufläche von 7500 Quadratmetern. Es existiert bereits ein Konzept für elf Einfamilienhäuser mit 15 oder alternativ 24 Wohneinheiten. Die Chancen stehen gut – das „Zauberwort“ heißt Nachverdichtung.

Zwar zeichnet sich westlich des Wiesharder Markts die Entstehung eines Neubaugebietes ab, doch die Erschließung der letzten größeren Neubau-Zone („Ahrenshöh“) liegt bereits zehn Jahre zurück. Angesichts der ausgeschöpften Wohnbaukontingente machte man sich auf der Geest so seine Gedanken. „Siedlungsdruck ist permanent vorhanden“, berichtet Bürgermeister Thomas Rasmussen. „Uns war dann aufgefallen, dass eine ganze Reihe an Baulücken im Dornröschenschlaf liegt.“ Ein zweiter Aspekt, der für eine Nachverdichtung spricht, ist eine bessere Auslastung der Infrastruktur für Energie und Wasser.

Im letzten Jahr erstellte das Planungsbüro „Pro Regione“ für alle acht Ortsteile der Gemeinde ein Lücken-Kataster. Um die 1000 Grundstücke gerieten bei der nicht alltäglichen Herangehensweise ins Visier. „Im Dialog wurden sie mit der Bauaufsicht des Kreises abgestimmt“, berichtet Thomas Rasmussen. Das Ergebnis: Bei 55 Wohneinheiten kann praktisch sofort losgelegt werden. Erste Anträge für Baugenehmigungen wurden bereits gestellt. Für 145 weitere Wohneinheiten stehen die Zeichen auf „gelb“, nur noch Detailfragen müssen geklärt werden. Bei 210 weiteren potenziellen Grundstücken wird ein Bebauungsplan benötigt. So verhält es sich auch beim eingangs erwähnten Vorhaben am Norderkamp.

Angesichts dieses Volumens überrascht es nicht, dass die Kommune diesem Projekt eine hohe Priorität einräumt. An die zahlreichen Eigentümer der „Potenzialflächen“ ging in diesen Tagen ein Schreiben heraus – mit Fragebogen und Beratungsangebot. Mit Johannes Delfs wurde extra ein Stadtplaner in Teilzeit eingestellt. Er soll diese Innenbereichsentwicklung betreuen.

Eine Nachverdichtung ist manchmal auch konfliktbelastet, weiß Thomas Rasmussen. „Nicht immer freut sich ein Anwohner, wenn das Nachbargrundstück bebaut wird“, sagt der Bürgermeister und verspricht Nutzungen, die zur Umgebung passen: „Nicht zu dicht, nicht zu hoch und nicht zu massiv.“

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