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Abschied vom Verwaltungschef : Handewitt sagt Christiansen Tschüss

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Politiker und Weggefährten aus der Gemeinde und dem Umland verabschieden den Bürgermeister nach knapp sechs Jahren im Amt. Am kommenden Freitag wird er als neuer Schleswiger Verwaltungschef vereidigt.

Zu Beginn der Veranstaltung nannte ihn Handewitts Bürgervorsteher Joachim Schmidt noch „unseren Bürgermeister“, nach Kaffee und Kuchen begann die Zeit nach Arthur Christiansen: Die Gemeinde Handewitt hat ihren Bürgermeister nach knapp sechs Jahren als hauptamtlichen Verwaltungschef verabschiedet. Am kommenden Freitag wird er als neuer Schleswiger Verwaltungschef vereidigt. „Jeder Tag war eine Freude“, bilanzierte der 48-Jährige. „Aber nicht jeder Tag war einfach, einige sogar sehr anspruchsvoll. Und manchmal habe ich einigen Mitarbeitern, Politikern, Bürgern und Nachbarn auch viel zugemutet.“

Es war ein kurzweiliger Akt im Handewitter Gasthof – mit vielen launigen und humorvollen Reden aus der Handewitter Politik und dem Umland. Manchmal schwang Ironie mit. Diakon Marc Eck schmetterte auf der Gitarre den Mitsing-Refrain „Ich mach’ mein Ding!“. Als letzter Redner schritt Bernd Rehmke, bis vor einigen Monaten Bürgervorsteher, ans Pult. Der SPD-Mann war Christiansens treuester politischer Wegbegleiter. 1986 begannen beide mit der Ausschussarbeit in Jarplund-Weding, ab 1990 fungierten sie als kommunale Spitze. Bernd Rehmke als Bürgermeister, Christiansen als Stellvertreter. 2008 tauschten sie die Rollen.

Bis dahin hatte Christiansen 18 Jahre lang in der Ordnungs- und Verkehrsbehörde der Stadt Flensburg gearbeitet. „Dort hat er sich das Handwerkszeug erworben und man munkelt: auch Insider-Kenntnisse“, sagte Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber mit einem Schmunzeln. Er erinnerte an das zähe Ringen um Handewitts Oberstufe, die so manche Sorge um die gymnasiale Landschaft der Fördestadt ausgelöst hat.

Die Schulpolitik war ein Steckenpferd von Christiansen. Er trat stets für die „Vision des längeren gemeinsamen Lernens“ ein, begründete damit im vergangenen Frühjahr seinen Austritt aus der CDU.

Kindergärten, Wohn- und Gewerbe-Entwicklung waren weitere große Themen der vergangenen Jahre. Joachim Schmidt (CDU) charakterisierte den scheidenden Bürgermeister als einen „politisch Engagierten, der nicht nur dahersagte, dass er etwas für die Gemeinde bewegen wolle“. Der zweite stellvertretende Bürgervorsteher Per Wietz (SSW) stellte fest: „Nicht alle Projekte sind zur Zufriedenheit aller Bürger verlaufen.“ Wietz erwähnte die Hornholzer Höhen, den Güterbahnhof in Altholzkrug und das Handewitter Ortszentrum.

Gemeindewehrführer Frank Thiel und sein Vorgänger Egon Ossowski hatten eine Überraschung parat. Christiansen schlüpfte in eine Feuerwehr-Uniform und wurde zum Hauptbrandmeister befördert. „Wir haben ihn schon mit Spreizer und Schere gesehen und er war auch schon mal bei einem Großbrand vor Ort“, erklärte Thiel.

Ein paar Anmerkungen betrafen Christiansens Zukunft in Schleswig. Die Schleistadt wurde scherzhaft als „Schlangennest“, „Dschungel-Camp“, „Bermuda-Dreieck“ oder „Handballwüste“ tituliert. „Ich hoffe, etwas ländliches Flair mitzunehmen – damit Schleswig aus den Muff kommt“, sagte Christiansen. „Als politisch arbeitender Bürgermeister bin ich immer gradlinig in meiner Argumentation gewesen. Ich war kein Schlitzohr, habe aber immer Interessen verfolgt.“

Offiziell endet die „Christiansen-Ära“ in Handewitt mit dem Ablauf des 18. Januar, doch bis auf eine interne Verabschiedung stehen keine Termine mehr für ihn an. Am 11. März soll die Vereidigung des Nachfolgers erfolgen. Bis dahin werden die Stellvertreter Friedrich Reese (KWG) und Bruno Lorenzen (CDU) die Termine wahrnehmen müssen.

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erstellt am 12.Jan.2014 | 07:45 Uhr

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