Handewitt plant Golfplatz für die ganze Familie

Initiator und Investor Sönke Paulsen mit dem Entwurf für die nördlichste 'Swingolf'-Anlage Deutschlands, die nach seinen Vorstellungen auch Gäste aus Dänemark anlocken soll. Foto: ki
Initiator und Investor Sönke Paulsen mit dem Entwurf für die nördlichste "Swingolf"-Anlage Deutschlands, die nach seinen Vorstellungen auch Gäste aus Dänemark anlocken soll. Foto: ki

16 Hektar große "Swingolf"-Anlage soll erster Baustein für Kiesgruben-Nachnutzung werden

shz.de von
28. März 2011, 05:50 Uhr

handewitt | Noch braucht man Fantasie. Dort, wo jetzt der Blick von Hüllerup zum Handewitter Staatsforst schweift, wo drei weiße Galloway-Rinder grasen und sich ein langer Knick über die welligen Felder zieht, soll eine Golfanlage entstehen. Der Gemeinderat ist mit dem Aufstellungsbeschluss in das Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan eingestiegen. Wenn alles gut läuft, kann vielleicht schon 2012 der erste Abschlag erfolgen. Wahrscheinlicher ist allerdings eine Einweihung im Frühjahr 2013.

Das sei ein tolles Signal, ein erster Baustein für das Kiesnachnutzungs-Konzept im Süden unserer Gemeinde, ist zu diesem Projekt aus den Reihen der Kommunalpolitiker zu hören. Hinter dem Vorhaben steht die Familie Paulsen aus Hüllerup. Schon vor einigen Jahren spielte sie mit dem Gedanken, hier einen Golfplatz zu errichten. Eine 18-Loch-Anlage erwies sich jedoch schnell als utopisch. Aber auch für neun Löcher wären rund 70 Hektar erforderlich gewesen. Zudem erwiesen sich die kreuzende Landesstraße und die angedachten Eingriffe in Landschaft und Natur als echte Hindernisse.

Dann spielte Sönke Paulsen eines Tages in Ratzeburg Swingolf. "Das brachte richtigen Spaß", erzählt er. "Und diese abgespeckte Golf-Version spricht größere Bevölkerungskreise an." Der Vorteil: Nach nur kurzer Einweisung können ganze Familien über den Platz ziehen. Gespielt wird mit einem einzigen Hartgummiball und einem Standardschläger. Und der Flächenbedarf - und damit auch die Investitionskosten - ist überschaubar.

Ein Fachplaner aus Hamburg brachte in einem Entwurf nun die 18 Löcher auf einem Areal von rund 16 Hektar unter. Der Forstweg und ein Kiessee bilden nun die westlichen und östlichen Flanken des Gebiets. Sönke Paulsen, der vor einem Jahr die Landwirtschaft aufgegeben hat, spekuliert darauf, dass die nördlichste "Swingolf"-Anlage Deutschlands auch im südlichen Dänemark eine gewisse Sogkraft entfalten wird.

Laut Beschluss des Gemeinderats soll das Flensburger Planungsbüro "Pro Regione" die Planaufstellung übernehmen. Das ist kein Zufall: Das Büro ist bereits mit der Leitung des Projektes "Seenlandschaft Handewitt-Wanderup" beauftragt. Ein Wegenetz und ein Informationssystem befinden sich im Aufbau. Auch am Wanderuper Badesee sind Baumaßnahmen vorgesehen.

Weitere Investoren, gerade für touristische Angebote, erhofft man sich durch das Projekt. Es scheint so, dass das Kiesnachnutzungskonzept nach rund einer Dekade der Vorbereitung endlich in Gang kommt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen