Handewitt : Handewitt kündigt Verträge

Abschiedsbild: Der Handewitter Gemeinderat mit Bürgermeister Thomas Rasmussen.
Abschiedsbild: Der Handewitter Gemeinderat mit Bürgermeister Thomas Rasmussen.

Die Schülerbeförderung soll an EU-Norm angepasst und verbessert werden. 23 Gemeindevertreter wurden verabschiedet.

shz.de von
06. Juni 2018, 13:55 Uhr

Dankesworte und Abschiedsurkunden prägten die 46. und letzte Gemeinderatssitzung der nun auslaufenden Wahlperiode. Zehn der insgesamt 23 Mandatsträger werden dem zukünftigen Ortsparlament nicht mehr angehören. Gerald Müller (CDU) und Dirk Hoppe (SPD) scheiden nach zwei Jahrzehnten aus. Und auch Bürgervorsteher Bruno Lorenzen zieht sich zurück. Er zeigte sich erfreut, dass in seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit „viele positive Entwicklungen auf den Weg gebracht“ wurden.

Er machte aber auch kein Hehl daraus, dass er sich im Oktober 2016 – nach einer turbulenten Sitzung – gedanklich mit einem Rücktritt beschäftigt hatte. „Aus dem Ältestenrat gab es Unterstützung, die mich zum Weitermachen bewogen hat“, dankte Lorenzen.

Einige Beschlüsse standen auf der Tagesordnung. Fast alle enthielten Knackpunkte. Bürgermeister Thomas Rasmussen empfahl der Kommunalpolitik, die seit Urzeiten gültigen Schülerbeförderungsverträge mit dem Omnibusbetrieb Hansen-Borg zum Jahresende aufzukündigen. Der Verwaltungschef begründete dies mit nötigen Anpassungen an die EU-Norm und einer möglichen Verbesserung des Leistungsumfangs. „Diese Empfehlung fällt mir dennoch schwer“, erklärte Rasmussen. „Es ist denkbar, dass ein 70 Jahre altes Unternehmen mit 40 Mitarbeitern am Vergabe-Verfahren scheitern wird und vielleicht sogar seine Türen schließen muss.“ Bei vier Enthaltungen betrachtete auch der Gemeinderat die Kündigung als „alternativlos“.

Der Omnibusbetrieb ist in der Handewitter Werkstraße ansässig. In diesem Gewerbegebiet wucherte der „Wildwuchs“, ehemalige Betriebsleiterwohnungen wurden zweckentfremdet. Ein zähes Verfahren fand mit dem Satzungsbeschluss des Gemeinderats nun ein Ende. Insgesamt 25 Wohneinheiten wurden „legalisiert“. Rasmussen erklärte: „Das war ein konfliktbeladenes und emotionales Thema.“

Nimmt das Handewitter Ortszentrum nun Tempo auf? Zumindest tauchte das Marathon-Projekt erstmals seit anderthalb Jahren wieder als Tagespunkt im Gemeinderat auf. Es herrschte Konsens, ein neues Nutzungskonzept für die Verteilung von Wohnungen und Dienstleistungen als Basis für die weiteren Verfahrensschritte zu verwenden. Gestritten wurde allerdings über eine Formulierung in der Beschlussvorlage. Dort war die Rede von einer „öffentlichen Gebäudenutzung, zum Beispiel für ein Rathaus“. Diese vage Festlegung wollten die Grünen gestrichen wissen. CDU-Fraktionschef Marx Plagemann wetterte dagegen: „Diese Option sollten wir stehen lassen, wir haben oft genug über ein neues Verwaltungsgebäude gesprochen.“ Die Mehrheit sah es anders und votierte für eine Löschung des „Rathaus-Zusatzes“.

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