Neues Wohngebiet : Handewitt darf weiter wachsen

Noch ist der Acker nördlich vom Wiesharder Markt unbebaut.
Noch ist der Acker nördlich vom Wiesharder Markt unbebaut.

Nördlich des Wiesharder Markts soll ein neues Wohngebiet entstehen. Dort sollen auch Reihenhäuser für Senioren und kleinere Wohnungen für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen gebaut werden.

shz.de von
30. Januar 2017, 11:53 Uhr

Handewitt | Seit fast einem Jahr befindet sich der Handewitter Bebauungsplan „Wohngebiet nördlich des Wiesharder Markts“ in der Warteschleife. Nach einem offiziellen Aufstellungsbeschluss tat sich nichts. Die acht Hektar große, zentral gelegene Fläche schlummert vor sich hin. „Es war eine zähe Angelegenheit, Landesplanung und Staatskanzlei von der Wohnfunktion Handewitts zu überzeugen“, erklärt Bürgermeister Thomas Rasmussen. Nun berichtet er allerdings von Bewegung. Demnach möchte Kiel einer bedarfsgerechten Entwicklung in Handewitt nicht entgegenstehen – unabhängig von den laufenden Gesprächen zwischen Flensburg und seinem Umland.

Für die neue Entwicklung günstig war offensichtlich die Bevölkerungsprognose für 2030, deren Daten im November eintrafen. „Handewitt ist neben Harrislee die einzige Gemeinde im ersten Siedlungsring um Flensburg, die mit einem Bevölkerungswachstum rechnen muss“, erläutert Thomas Rasmussen. Die Ergebnisse der Prognose in Kurzform: Bis 2030 wächst Handewitt um 500 Menschen. Bei Familien und Senioren werden steigende Zahlen skizziert.

Die Menge und Art der Wohneinheiten im künftigen Wohngebiet muss mit der Landesplanung abgestimmt werden. Ein Paradigmenwechsel ist zu erwarten. Während bislang hauptsächlich Einfamilienhäuser aus dem Handewitter Boden schossen, sollen diesmal auch Reihenhäuser für Senioren und kleinere Wohnungen für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen entstehen.

Die Lage des Areals punktet mit der Nähe zu Schule und Einkaufszentrum. Für einen neuen Kindergarten existiert ein Grundsatzbeschluss. Das örtliche Klärwerk müsste erweitert werden. „Die gesamten acht Hektar sind nicht in einem Rutsch, sondern eher in zwei oder drei Etappen realisierbar“, vermutet Thomas Rasmussen. Er wird im nächsten Schritt einen Stadtplaner beauftragen, um drei Planungsvarianten entwerfen zu lassen.

Die Landesplanung pocht zudem auf eine sogenannte Innenverdichtung, um der „Zersiedlung der Landschaft“ vorzubeugen. Handewitt ließ bereits für das gesamte Gemeindegebiet ein Lücken-Kataster erstellen. Insgesamt 320 Wohneinheiten mit unterschiedlichen Perspektiven wurden ermittelt. Erste Grundstückbesitzer signalisierten bereits Bauwillen, alle anderen möchte die Gemeinde per Anschreiben über ihre Möglichkeiten informieren.

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