Mehr Stellen für Flensburger Bauordnung : „Handbremse los, Fuß aufs Gas“

Quartett für Qualität: Simone Lange, Maria-Theresia Schlütter, Fachbereichsleiter Ulrich Mahler, Astrid Springfeld (v.l.).
Quartett für Qualität: Simone Lange, Maria-Theresia Schlütter, Fachbereichsleiter Ulrich Mahler, Astrid Springfeld (v.l.).

Stadt will Personal der Bauordnung um 25 Prozent aufstocken / Anträge sollen schneller bearbeitet werden

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16. Januar 2018, 07:32 Uhr

Wer bauen will, braucht eine Baugenehmigung. Die gibt es im Rathaus, dafür muss man bei der Abteilung für Bauordnung einen Bauantrag stellen. Und das dauert dann – jedenfalls in Flensburg. Nicht immer, aber oft ist die Bauordnung der Flaschenhals auf dem Weg von der Projektidee bis zum Baubeginn. Das soll jetzt anders werden: Die Stadt plant, die 13 Stellen der Bauordnung um fast vier – genau sind es 3,8 – Stellen zu erweitern.

„Bei Bauanträgen ist die Dauer der Bearbeitung die Handbremse“, kritisierte Florian Matz (SPD) im Finanzausschuss. „Die müssen wir lösen und dann Gas geben beim Wohnungsbau.“ Damit stieß er auf keinerlei Widerspruch; der Finanzausschuss beschloss die Aufstockung einstimmig bei einer Enthaltung (FDP).

„Schnell, unbürokratisch, digital“ – so soll die Bauordnung künftig arbeiten, gab Oberbürgermeisterin Simone Lange als Ziel aus. Man müsse eine „Offensive“ starten, schließlich habe Flensburg „viele große Bauvorhaben vor der Brust“.

Im Jahr 2017 habe es rund 700 Bauanträge gegeben, berichtete Astrid Springfeld, Leiterin der Bauordnung; das sei eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr gewesen. Bauanträge reichen thematisch vom Dachausbau eines Reihenhauses bis zu einem zwölfstöckigen Hotel. Je nach Größe und Zahl der beteiligten Behörden könne die Bearbeitung mehrere Monate dauern. Meist gebe es viele Nachforderungen an den Architekten – ja, es gebe immer wieder auch Beschwerden, wenn es zu lange dauert, räumte Springfeld ein.

Die Bauordnung sitzt auf „Altlasten“ von rund 100 Fällen, die zwingend abgearbeitet werden müssen.

Anlaufstelle für jeden „Kunden“ ist die Registratur; hier bekommen Bürger Akteneinsicht. „Das soll künftig sehr viel schneller gehen“, kündigte Maria-Theresia Schlütter, Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste, an. Die Registratur wird um eine Stelle verstärkt. Das Baulastenverzeichnis ist bisher noch weitgehend analog, es wird aber sukzessive digitalisiert. Auch dieser Bereich wird ausgebaut. Für die eigentliche Bearbeitung der Bauanträge wird eine weitere Ingenieursstelle geschaffen. Nicht zuletzt soll Leiterin Springfeld entlastet werden, damit sie mehr Zeit für die eigentlichen Leitungsarbeiten hat – unter anderem Priorisierung und Controlling. „Bürger, Architekten und Bauunternehmen sollen die Verbesserungen spüren“, so Schlütter. Die Mehrkosten betragen 245 000 Euro, können aber aus dem bestehenden Haushalt gedeckt werden.

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