„Menschen stärken Menschen“ : Hand in Hand mit einem fremden Kind

Auf der Slackline  mit den beiden Sozialarbeiterinnen Uta Andree (l.) und Lilli Koch (r.)
Auf der Slackline mit den beiden Sozialarbeiterinnen Uta Andree (l.) und Lilli Koch (r.)

Beispielhaftes Projekt an der Grundschule Fruerlund

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24. Mai 2018, 05:40 Uhr

Auf der Slackline toben die Kinder, manche versuchen, die Bäume hochzuklettern. Für 30 Kinder der Grundschule Fruerlund ging es an die frische Luft, raus in den Wald. Was auffällt: Die Kinder haben gemeinsam Spaß. Was nicht auffällt: 15 Kinder kamen als Flüchtlinge nach Deutschland.

Ein Musterbeispiel für Integration ist an der Grundschule Fruerlund Realität geworden. Wer als Kind mit Fluchthintergrund die Flensburger Schule besucht, wird zu Anfang in das DaZ-Zentrum aufgenommen. Neben der Teilnahme am „normalen Unterricht“ werden die Lütten in dem Zentrum individuell gefördert und können sich erste Deutschkenntnisse aneignen. Ein innovatives Patenschaft-Projekt soll für noch besseren Zusammenhalt unter den Schülern sorgen.

Das Motto: „Menschen stärken Menschen“. Vor vier Jahren ging das Projekt der Stiftung Bildung an den Start und wird in Schleswig-Holstein durch Sabine Steglich geleitet. Sie sieht vor, dass jeder Schüler eine Patenschaft mit einem Flüchtlingskind eingehen kann.

„Ein Kind nimmt ein anderes an die Hand“, erklärt Steglich, „wir wollen den Kleinen mit Fluchthintergrund nicht nur helfen, sondern vor allem den Austausch fördern.“ Ob zu zweit zur Schule gehen oder gemeinsam ein Musikinstrument lernen – ein Schüler, der aus dem Ausland kommt, könne durch den direkten Kontakt besser in die deutsche Kultur eintauchen und die Sprache lernen. Und: Auch die deutschen Kinder bekommen einen Einblick in die fremde Kultur.

Den Ausflug mit den Grundschulkindern in den Wald-Klettergarten begleiten die beiden Sozialarbeiterinnen Uta Andress und Lilli Koch. „Die Sprachkenntnisse unter den Kindern variieren stark“, so Andress, „ein Schüler aus Sarajevo kam erst vor vier Wochen in Flensburg an.“

Einzelne seien hingegen schon seit mehreren Jahren in Deutschland und beherrschen die deutsche Sprache schon relativ gut. Nach einem ersten Kennenlernen und dem Ausflug zum Abschluss herrscht bereits eine gute Stimmung unter den „Pärchen“. Weitere Veranstaltungen mit den Patenkindern stehen schon auf dem Programm. Zum Abschluss müssen die Kinder wieder gemeinsam anpacken: Die Seile und Slacklines in dem kleinen Kletterpark müssen wieder abgebaut werden.


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