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Gastronomie in Flensburg : Hafenspitze wird zur Brauerei-Meile

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Kauf der Gaststätte „Bellevue“ haben die Flensburger Bierbrauer nun das ehemalige Bistro „East-Side“ gepachtet.

Flensburg | Durstige Spaziergänger stehen derzeit auf der Ostseite der Hafenspitze auf verlorenem Posten. Sie werden auf der Premium-Meile, auf der einst drei Gastronomie-Betriebe kräftig ausschenkten, derzeit nicht einmal ein Glas Wasser bekommen – geschweige denn ein gezapftes Bier. Doch demnächst werden Hopfen und Malz in Strömen fließen – und zwar aus einer Hand. Denn nach dem Kauf des brach liegenden „Bellevue“ hat die Flensburger Brauerei nun auch das nur wenige Meter entfernt liegende „East-Side“ übernommen – allerdings als Pächter.

In dem Bistro und Café, das bevorzugt von Stammgästen besucht wurde, herrschte bis zum Sonntag vor einer Woche noch das ganz normale Kneipenleben. Hart aber herzlich ging es dort zu. Die Einrichtung war unübersehbar in die Jahre gekommen, doch sie hatte ihren ganz eigenen Charme – abseits des Mainstream.

Plötzlich waren die Türen verschlossen. Inzwischen verdunkeln heruntergelassene Jalousien den kleinen Schankraum, in dem das Mobiliar schon für den Abtransport bereit steht. Auf der Terrasse stapeln sich die Plastikstühle, der obligatorische Heizpilz ist verschwunden. „Das ist sehr schade“, bedauerte ein Gast, der oft und gern einkehrte, die Schließung en passant.

Doch es wird weitergehen. Wie Sara Sausmikat-Theilen, Pressesprecherin der Brauerei auf Anfrage des Flensburger Tageblatts bestätigte, hat das Unternehmen die Gaststätte zum 1. April von Besitzer Ingo Jaich gepachtet – und stante pede einen Unterpächter eingesetzt: Astrid (49) und Dirk Peters (51) haben lange Jahre das „Pointers“ in der Holmpassage geführt, bevor sie bei „Lord Nelson“ (Speicherlinie) auf die Kommandobrücke wechselten.

Ist der Erwerb des „East-Side“ eine logische Folge strategischer Überlegungen der Brauerei, die ihre Hoheit über die Hafen-Gastronomie untermauern will? Die Sprecherin weist diese Annahme zurück. „Es war kein Kalkül, sondern eher Zufall. Sonst hätten wir gekauft.“ Schließlich sei die Kernkompetenz des Unternehmens nicht das Betreiben gastronomischer Objekte, sondern das Brauen von Bier. Dem Unterpächter wolle man nunmehr eigene Gestaltungsspielräume lassen.

Das weiß Dirk Peters zu schätzen. Für ihn hat das große Aufräumen begonnen. „Hier ist ja seit zwölf Jahren nichts mehr gemacht worden.“ Frische Farbe, Fußboden, Bestuhlung neu, ebenfalls der Name „Backbord“ – aber das Konzept bleibt. Auf der Plattform am Wasser jedoch wird sich einiges ändern. Peters ist dort mehr Platz eingeräumt worden, eine Hütte wird eine kleine Küche und Getränkeausgabe beherbergen. Scampi, Wok-Gemüse und mehr werden die Gäste frühestens am 1. Mai, spätestens aber zur Rum-Regatta (Himmelfahrt, 14. Mai) genießen können.

Beim „Bellevue“ wird es noch dauern. Anfang des Monats war bekannt geworden, dass die Brauerei die marode Immobilie in Sahnelage gekauft hat und dort Millionen investiert. Der Pächter soll Anfang Mai offiziell vorgestellt werden. Es handelt sich um einen Betreiber, der im Süden der Republik mit hochwertiger Biergarten-Gastronomie tätig ist. Nach Tageblatt-Information dürfte es ein gebürtiger Flensburger sein. „Er ist hier kein Unbekannter und wird mit Herzblut dabei sein“, sagt Sausmikat-Theilen geheimnisvoll. Die Eröffnung ist für September geplant, zum Juni bereits soll die Wasserterrasse bewirtschaftet werden.

Zwischen „East-Side“ und „Bellevue“ befindet sich der „Beach-Club“ in reger Aufbauphase. Das Gelände wird mittlerweile dominiert von einem Blockhaus, das im Gegensatz zu den Vorgängerhütten eine respektable Größe aufweist, mittig platziert und in einem Braunton gestrichen ist, den Zaungäste bereits als „gewöhnungsbedürftig“ bezeichneten.

Der Strandsand ist schon da, ebenso einige Sonnenschirme mit Strohhut. Das Areal ist vollständig umzäunt, ein Plakat mit dem Schriftzug „Førdestrand“ kündet vom künftigen, dänisch angehauchten Namen. Die Hütte ist etwa 14 Meter lang, drinnen wird fleißig gewerkelt. Am 30. April soll Eröffnung gefeiert werden.

Auch hier ist die Brauerei mit von der Partie. Sie ist Gesellschafter von Förde Show Concept, das jüngst den Zuschlag als Betreiber des Open-Air-Vergnügens erhalten hat. Das „Flens“ fließt überdies bei der „Fischperle“ und bei „Mäder’s“, das sich nach zehn Jahren von Bitburger verabschiedet hat. Es wird also auf ganzer Linie fröhlich „ploppen“.

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erstellt am 27.Apr.2015 | 08:00 Uhr

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