Flensburg : Hafenpromenade: Verzögerung für Millionenbauwerk

Die Industrieseite des Hafens wird erschlossen: Auf diesem Abschnitt wird vor der Kaimauer eine breite Promenade ins Wasser gebaut.
Die Industrieseite des Hafens wird erschlossen: Auf diesem Abschnitt wird vor der Kaimauer eine breite Promenade ins Wasser gebaut.

Die Hafenpromenade West kann frühestens ab 2016 in Angriff genommen werden. Das ambitionierte Bauprojekt stellt Ingenieure und Stadtplaner vor ungeahnte Herausforderungen.

shz.de von
16. Mai 2015, 09:00 Uhr

Flensburg | Baubeginn 2010, Fertigstellung frühestens 2011 – das war die Prognose im Jahr 2009. Sechs Jahre später ist von der Hafenpromenade West immer noch nichts zu sehen, haben die Bauarbeiten noch nicht einmal begonnen. Im September 2013 stellte die zuständige Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS) eine Fertigstellung 2016 in Aussicht, jetzt hofft sie, dass in dem genannten Jahr die Arbeiten beginnen können. Das ambitionierte Bauprojekt stellt Ingenieure und Stadtplaner vor ungeahnte Herausforderungen.

10,5 Millionen Euro kostet die 620 Meter lange Hafenpromenade, die zwischen Volksbad im Süden und Segelhafen Galwik im Norden überwiegend „außenbords“ verläuft, also nicht an Land, sondern auf Pfählen im Wasser. Und wer bei Promenade an einen Fußweg auf nordisch-pittoresken Holzbohlen denkt, ist auf dem Holzweg: „Die Promenade muss tauglich für Schwerlastverkehr sein“, sagt Markus Pahl von der FGS. In einem Notfall müssen Rettungsdienst und Feuerwehr den Bau befahren können, darum wird der Hafenweg eine Betonfahrbahn mit entsprechend stabilem Unterbau erhalten.

Das heißt, es müssen viele ausreichend lange und starke Betonpfähle in den Hafengrund gerammt werden. Das ist grundsätzlich kein Problem, wird es aber an dieser Stelle. „Hier wird Kriegsmunition vermutet“, so Markus Pahl, so dass der Kampfmittelräumdienst ins Spiel kommt und überall da, wo gerammt werden soll, erstmal den Hafengrund auf Granaten und andere explosive Fremdkörper absucht. Zudem muss beim Rammen der Pfähle Rücksicht auf die an Land tätigen Unternehmen genommen wird, die mit feinsten Messinstrumenten arbeiten, deren Ergebnisse durch starke Erschütterungen verfälscht werden könnten. Das bedeutet, dass erschütterungsarm gegründet werden muss.

Doch damit nicht genug. Da die Promenade den Charakter einer öffentlich gewidmeten Straße haben wird, seien, so Pahl, 30 unterschiedliche Fachbehörden bei der Planung zu beteiligen – darunter der Landesbetrieb Küstenschutz. Auch müsse, obwohl das Bauprojekt kein Park ist, ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt werden. Mit anderen Worten: Es dauert.

Beginnend im Süden, macht die Promenade nach etwa knapp 200 Metern einen Haken landeinwärts; hier wird ein Aussichtspunkt gebaut, zwei weitere entstehen am Start- und Zielpunkt. Im Norden endet der Weg am Wasserplatz, der wiederum die Verlängerung des Galwikparks bis zum Ufer ist. Das nördlich dieses Platzes geplante und letztlich gescheiterte Hotel hat noch keinen Nachfolger: Das Grundstück werde derzeit nicht aktiv vermarktet, so Pahl.

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