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Museumshafen in Flensburg : Hafenkrahn demontiert: Ein Wahrzeichen fällt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der „Hafenkrahn von 1726“ am Museumshafen wurde am Mittwoch demontiert. Der Neubau wir im Frühjahr 2016 aufgestellt.

Flensburg | Zufällig am Museumshafen entlang promenierenden Zaungästen bot sich gestern ein sehenswertes Schauspiel: Frühaufsteher konnten beobachten, wie bereits um 6.30 Uhr ein großer Kran aufgestellt wurde, um einem kleineren, hölzernen Bruder zu Leibe zu rücken. Er assistierte fünf Zimmerleuten, die mit schwerem Gerät angerückt waren, bei ihrer Mission: Die Replik des historischen Hafenkrans von 1726 musste demontiert werden.

Insekten und Pilze hatten der rund 25 Meter hohen Konstruktion arg zugesetzt. Sie wird nunmehr fast komplett ausgetauscht. Mit seiner Hilfe wurden den auf der Flensburger Werft erbauten Schiffen einst die Masten eingesetzt. Am 14. September 1991 war das Wahrzeichen mit einem zünftigen Fest eingeweiht worden.

Es war ein schnelles Werk. Um 7.30 Uhr schon war der Kopf des Krans abrasiert. Anschließend machten sich die Handwerker daran, Zug- und Seitenstreben zu entfernen. Das Gerüst, das übrig blieb, wurde von dem Lastenkran in einem Stück angehoben, auf das Bohlwerk gelegt und dort zerkleinert – als Meterware sozusagen. Es war ein schnelles Werk, gegen Mittag bereits war das Gröbste geschafft. „Das ging wie geschnitten Brot“, sagt Projektleiter Fred Heydorn salopp.

„Die Replik ist eine für die Werften des 18. Jahrhunderts typische Konstruktion“, erläutert Sabine Große-Aust, Vorsitzende des Museumshafens. Der Verein setzt nun die umfangreichen Sanierungsarbeiten um. 30.000 Euro müssen dafür aufgebracht werden. Wer einen Beitrag leisten möchte, kann dies bereits am Wochenende bei der Holzhökerei am Bohlwerk tun. Am Sonnabend- und Sonntagvormittag wird das Holz des alten Krans als Feuerholz gegen Spenden abgegeben. „Es ist zu 80 Prozent wie neu“, wirbt Fred Heydorn um rege Beteiligung.

Derweil sind Gespräche mit regionalen Förstereien gelaufen. Denn im Januar sollen Douglasien für das neue Werk geschlagen werden. „Natürlich erst, wenn der Mond richtig steht“, sagt „Kranwart“ Heydorn mit einem Augenzwinkern. Im Frühling 2016 wird der neue Kran wieder auferstehen – ungefähr dort, wo das Original auf historischen Abbildungen zu sehen ist.

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erstellt am 17.Sep.2015 | 15:00 Uhr

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