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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 07:50 Uhr

Flensburg : Hafen-Hotel vor dem Aus

vom

Investor Petersen will das Projekt nicht, wie vom Planungsausschuss beschlossen, mit einem Vorhaben- und Erschließungsplan verwirklichen

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 06:47 Uhr

Flensburg | War’s das mit dem kleinen Hafenhotel am Ballastkai? Es sieht nicht gut aus für das Projekt, das Werftkontor-Investor Kay-Uwe Petersen seit über einem Jahr direkt neben dem südlichsten Silo plant. "Dafür stehe ich nicht zur Verfügung", sagte er gestern gegenüber dem Tageblatt, nachdem der Planungsausschuss am Dienstag festgelegt hatte, dass es für das Projekt einen so genannten Vorhaben- und Erschließungsplan (VEP) geben solle. Petersen hingegen hatte vor vornherein klar gemacht, dass er das Hotel auf Grundlage eines Bebauungsplans realisieren möchte.

Doch wo ist der Unterschied? Ein Bebauungsplan setzt für ein bestimmtes Gebiet vor allem das Ausmaß der Bebauung fest, die Baugrenzen, die Höhe, Form des Dachs, Art der Fassade und viele weitere Details. Der Plan gilt dann für jeden, der dort bauen will. Der VE-Plan hingegen ist direkt an ein konkretes Bauvorhaben eines Investors geknüpft und bindet diesen erheblich mehr als es ein B-Plan tut. "Er greift in das innere Gefüge eines Hauses ein", sagte Kay-Uwe Petersen. "Das ist Planrecht zweiter Klasse." Sollten Änderungen der Nutzung erforderlich werden, müsste man immer wieder den langen Weg über den Planungsausschuss gehen; bei einem B-Plan wäre das viel einfacher. "Das", so Petersen, "ist ein Planrecht erster Klasse." Ein VEP sei bei einem Wohnhaus völlig in Ordnung; so hat Petersen die fünf Werftkontor-Häuser seinerzeit mit einem VEP umgesetzt. "Das war und ist bis heute kein Problem."

Bei einem anderen Wunsch ist ihm der Planungsausschuss allerdings entgegen gekommen. Ein Kauf der erforderlichen Flächen ist jetzt möglich, obwohl der Masterplan Hafen festlegt, das im Hafenbereich kein Land mehr verkauft, sondern nur in langfristige Erbpacht vergeben werden soll. "Darüber freuen wir uns", sagte Petersens Bruder Jörg, der das Hotel-Projekt begleitet.

Die Petersen-Brüder planen ein Vier-Sterne-Stadthotel mit rund 80 Zimmern auf zehn Etagen, einem kleinen Wellness- und Spa-Bereich sowie Platz für Konferenzen mit 150 bis 200 Personen. Der Bau liegt zwischen den fünf Werftkontor-Häusern und den Silos der Hauptgenossenschaft; dort steht heute ein leeres, zweigeschossiges Bürogebäude. Es gibt die Überlegung, die Konferenzräume auf einem schwimmenden Ponton vor dem Hotel unterzubringen; diese Idee läuft einer anderen zuwider, wonach man auch Liegeplätze für Segelboote hier möglich machen möchte. Das Hotel würde eine eigene Zufahrt von der Hauptstraße bekommen. Für die komplexe Stellplatzfrage ist mittlerweile auch eine Lösung gefunden worden. Einen konkreten Betreiber gibt es allerdings noch nicht.

Für Kay-Uwe Petersen indes bleibt es dabei. "Ich mache keine Kompromisse, was die Qualität des Planrechts angeht."

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