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Ausstellung: "Hafen - Klang - Landschaft" : Hafen aus dem "Hörwinkel" erleben

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Wellenplätschern. Möwengeschrei. Das Klappern der Taue an den Masten. Das Schifffahrtsmuseum in Flensburg lädt Besucher zu einem Hafenspaziergang für die Ohren ein.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2010 | 03:06 Uhr

Flensburg | Der Flensburger Hafen hält unerhörte Überraschungen bereit - für den, der die Augen schließt, um ihn mit den Ohren zu sehen. Der Kulturanthropologe Johannes Müske und seine Studenten von der Uni Hamburg haben den Sound der Förde auf Tonband eingefangen. Die Früchte ihrer Fleißarbeit präsentiert das Flensburger Schiffahrtsmuseum jetzt in der akustischen Ausstellung "hafen - klang - landschaft". Ein Hörspaziergang.
"Das Westufer präsentiert sich malerisch und pittoresk", schildert Müske seine Beobachtungen. Mit Yachten aus edlem Holz, "Alexandra" und Museumswerft. "Doch wenn man dort steht, hört man vor allem Verkehrslärm und rangierende Autos auf dem Kopfsteinpflaster", erinnert sich Müske. Mehr nach Meer, mehr nach Hafen klingt Möwengeschrei am Ostufer, Schiffsdieselbrummen am Ballastkai - oder das Dampfschiff-Konzert beim "Dampfrundum".
"Indem wir Klänge als Quellen nutzen, möchten wir einen neuen Blickwinkel auf den Hafen erschließen", skizziert Müske ein Ziel der Ausstellung, die er gemeinsam mit Museumsleiter Thomas Overdick konzipiert, mit seinen Studenten im Seminar "Maritime Klangwelten" umgesetzt hat. Einen "Hörwinkel" eben.
Gestern, heute und morgen verschmelzen zu einer neuen Hafen-Vision
26 Stunden Tonmaterial waren das Ergebnis vieler Spaziergänge zwischen Galwikbucht und Industriehafen, 37 mehrminütige Hörcollagen lassen den Besucher per Audio-Guide folgen. Studentin Anna Symanczyk: "Wir hoffen auf den Effekt, dass die Besucher der Ausstellung den Hafen anschließend neu hören." Und dass sie in Kombination mit gemalten historischen Ansichten das Hafens - die Overdick aus dem reichen Bilderschatz des Museums schöpfte - seine ganz eigene Vision entwickeln. Ein Bild aus dem 19. Jahrhundert zeigt alte Frachtsegler an der Hafenkante, das Hörstück von heute Trubel beim Hafenfest.
"Die Gegenüberstellung macht deutlich, wie der Hafen und seine Bedeutung sich entwickeln", sagt Overdick, und will gleichzeitig anregen zu "Gedankenspielen" über den Hafen von morgen: Der zweite Teil der Ausstellung lädt ein, am ausgehängten Grundriss einen eigenen "Masterplan Hafen" zu entwerfen.
Ein von der Phänomenta entwickeltes Mischpult ermöglicht den Besuchern außerdem, ihren Lieblingshafen akustisch zu kreieren. Zehn Tonspulen simulieren "Schiff löschen", "Wellen und Motor" oder historisches Ambiente - beigemengt werden können nach Belieben das Horn der "Alex", Kranlärm oder Lautsprecherdurchsagen beim Hafenfest.

Hier gibt es Hörproben aus der Ausstellung:




"Hafen - Klang - Landschaft: Ein Hörspaziergang" ist noch bis zum 5. April im Flensburger Schifffahrtsmuseum, Schiffbrücke 39 zu sehen. Kontakt: 0461/852970.

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