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Einkaufen in Flensburg : Händler machen gegen Online-Konkurrenz mobil

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Internet macht dem Einzelhandel in Flensburg zu schaffen. Eine Smartphone-App soll die Innenstadt aufwerten.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 08:36 Uhr

Flensburg | Angstzustände oder gar Existenznöte? Davon ist Ulf Hansen ein gutes Stück entfernt. Doch Internet-Versandhändler wie Amazon oder Zalando bereiten dem Vorstand des Vereins City Flensburg (vormals IG Innenstadt) dennoch Kopfschmerzen. „Der Online-Handel hat in den letzten Jahren stark zugenommen“, sagt er. „Die meisten Geschäfte sind durch die Online-Konkurrenz zwar nicht von der Existenz bedroht, aber immer mehr Branchen bekommen es zu spüren.“ Für Flensburg sei dies eine schlechte Entwicklung.

In Zahlen lasse sich dies nicht ausdrücken. „Wir wissen nicht, ob Kunden, die bislang bei uns eingekauft haben, nun im Internet bestellen oder bei einem anderen Geschäft in Flensburg“, erläutert Stefan Thurner, Geschäftsführer der drei Flensburger Intersport-Läden. Das sieht Hansen genauso. Er sagt aber auch: „Wenn sich der Trend zum Online-Einkauf fortsetzt, wäre das für die Entwicklungsmöglichkeiten des Einzelhandels in der Innenstadt eine Katastrophe.“

Aber den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für Hansen und die übrigen Händler in der Innenstadt nicht infrage. „Klar ist der Online-Handel Konkurrenz“, sagt Thurner. „Doch Jammern bringt nichts: Wir müssen das Beste aus der Situation machen.“ Wie das konkret aussehen könnte, erläutert Hansen. Er hält eine „Buy-Local-Initiative“ (zu deutsch: Kauf-Lokal-Initiative) für eine geeignete Maßnahme. „Wichtig wäre, auch die Filialisten nicht außen vor zu lassen.“ Bislang gebe es jedoch in Flensburg noch keinen solchen Ansatz.

Dafür wappnen sich die Händler auf anderer Ebene: Als Teil des Maßnahmenpakets zur Aufwertung der Innenstadt, PACT II, soll ab dem Sommer ein Smartphone-Anwendungsprogramm entwickelt werden, die sogenannte „City-App“. Hansen: „Mit Hilfe derer sollen Nutzer stets aktuell über die Parksituation in der Innenstadt und spezielle Angebote der Einkaufsläden informiert werden.“

Ob mit oder ohne App – Matthias Borelli, Center-Manager der Flensburg-Galerie, ist vom Fortbestand der Flensburger Innenstadt als Einkaufsmeile überzeugt. „Das Flair eines Shopping-Erlebnisses, das Bummeln durch die Fußgängerzone, kann ein Online-Einkauf nicht ersetzen.“ Das sieht Intersport-Geschäftsführer Thurner ähnlich. „Wer im Internet kauft, muss genau wissen, was er haben will, und ordert zielgenau die Ware.“

Ärger bereitet ihm hingegen ein anderes Phänomen – Thurner nennt es „Beratungsdiebstahl“: Kunden lassen sich im Geschäft beraten und testen das Produkt, um es anschließend via Smartphone im Internet zu kaufen, sofern es günstiger ist. „Das kommt leider vor, dessen sind wir uns bewusst.“ Doch Thurner will den Online-Handel nicht verteufeln, stattdessen setzt er auf eine andere Strategie: „Es muss uns gelingen, den Einkauf vor Ort mit dem Internetverkauf zu verbinden.“

Wie das aussehen könnte, weiß Thurner auch: „Bei Intersport können Kunden seit einem Jahr online shoppen, die Ware aber im Laden abholen, dort anprobieren, austesten und sich beraten lassen.“ Angst und bange sei ihm daher nicht vor der Zukunft. Das gilt auch für den Verein City Flensburg und die Flensburg-Galerie. Hansen: „Doch wir müssen uns der Situation stellen.“

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