Flensburg : Hände in Gefahr: Diako warnt vor Böller-Schäden

Dr. Thorsten Lange
Dr. Thorsten Lange

Informationsveranstaltung „Deine Hand verdient Experten“ am 1. März in der Diako

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31. Dezember 2017, 08:08 Uhr

„In guten Händen“ ist das Leitmotiv der Diakonissenanstalt zu Flensburg. Mit einer Informationsveranstaltung insbesondere für Patienten beteiligt sich auch die Diako an der Kampagne „Deine Hand verdient Experten“ der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie e.V. (DGH).

Unter anderem widmen sich die Vorträge am 1. März im Fliednersaal Themen wie dem weit verbreiteten Karpaltunnelsyndrom, Arthrose in der Hand und Verletzungen und Überlastungsschäden beim Sport.

Bereits zum Jahreswechsel hat die Fachgesellschaft einen „Ratgeber für sicheres Böllern“ als Flyer herausgegeben, der Menschen helfen soll, Silvester samt Feuerwerk, aber ohne Handverletzungen zu feiern.

Dr. Thorsten Lange, Chefarzt der Orthopädie, Sport- & Unfallklinik in der Diako, beobachtet, dass „die Schwere der Verletzungen in den letzten Jahren eher zugenommen“ hat. Riskant, sagt Lange, seien vor allem selbst gebastelte und erst recht illegale Böller. Sie können sich schon durch einen Funken selbst entzünden und verursachen die gravierendsten Verletzungen.

Auch die Gesellschaft für Handchirurgie empfiehlt, Feuerwerkskörper ausschließlich im Fachhandel zu kaufen und die Gebrauchsanweisung zu beherzigen. „Am besten nur Feuerwerkskörper verwenden, die nicht in der Hand gezündet werden müssen“, lautet ein ganz einfacher Rat. Und auch für die Aufbewahrung haben die Experten einen Tipp: am besten in sicherem Abstand lagern und auf keinen Fall „am Körper“ tragen.

Hält man sich nicht an diese Hinweise, können die Folgen verheerend sein: Sie reichen von durchtrennten Nerven, Gefäßen und Knochen bis hin zu einer abgerissenen Hand, beschreibt der Mediziner. Von Unfällen betroffen seien zumeist junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren, als eine weitere Risikogruppe nennt er 50- bis 60-jährige Männer. Zu den häufigsten Verletzungen zählen tiefe Verbrennungen, abgetrennte Finger oder Fingerglieder.

Wenngleich Handchirurgen durch wiederherstellende Oper¬tionen viel für den Betroffenen erreichen und die Handfunktion so zumindest teilweise erhalten können, so bleiben dennoch fast immer Beeinträchtigungen zurück. Meist sind das Einschränkungen beim Halten, Greifen oder dem Tastsinn der Hand, erläutert Thorsten Lange.

Finger weg vom Feuerwerk, wenn Alkohol im Spiel ist, warnt die DGH zudem, denn: „Alkohol macht unvorsichtig.“ Nicht explodierte Feuerwerkskörper sollten nicht erneut gezündet, sondern entsorgt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten „Knaller und Böller für Kinder und Jugendliche tabu sein“, meinen die Experten.

Patienteninformationsveranstaltung, Tag der Hand, „Deine Hand verdient Experten“: 1. März, 16 Uhr im Fliednersaal der Diako (Eingang Marienhölzungsweg 2). Weitere Tipps: www.handexperten.com

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