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Schulwechsel : Hält der Trend zum Gymnasium an?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Welche Schule ist für welches Kind die richtige? Die Eltern von 575 Flensburger Viertklässlern stehen vor der Qual der Wahl.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 14:30 Uhr

Flensburg | Mit schrumpfenden Schülerzahlen hat die wachsende Stadt Flensburg definitiv nicht zu kämpfen. Während üblicherweise plusminus 500 Viertklässler aus den zehn städtischen Grundschulen auf die weiterführenden Schulen drängen, sind es in diesem Jahr mit 575 über 80 mehr als im Vorjahr. Kinder aus Flüchtlingsfamilien spielen dabei praktisch noch keine Rolle.

Zwei Fragen sind es, die die Bildungsverwaltung um den neuen Fachbereichsleiter Wolfgang Sappert beschäftigen. Erstens: Wie viele Kinder drängen aus dem Umland, wo die Schülerzahlen tendenziell sinken, zusätzlich an die weiterführenden Schulen in der Stadt? Zweitens: Setzt sich im Jahr eins nach der völligen Freigabe der Schulwahl der Trend zum Gymnasium weiter fort? Im vergangenen Jahr zählte Flensburg 406 Anmeldungen für die vier Gymnasien (plus 37) sowie 323 Anmeldungen für die fünf städtischen Gemeinschaftsschulen (minus 60). Und das Alte Gymnasium hatte erstmals seit Jahren die Nase vor der AVS, dem Primus der Vorjahre. Aber auch das Fördegymnasium als einziges G9-Gymnasium an der Förde legte zu, während die Goethe-Schule zumindest ihre Schülerzahl halten konnte.

Die Frage, die die Viertklasseltern aber vor allem umtreibt: Welche weiterführende Schule mit welchen Angeboten und pädagogischen Ansätzen ist die richtige für mein Kind? Zum zweiten Mal fällt diese Entscheidung völlig ohne Schulartempfehlung – und in vielen Schulen auch ohne Notenzeugnis alter Prägung von „sehr gut“ bis „ungenügend“. Die Empfehlung war nach dem Schulgesetz 2015 von einem „kompetenzbasierten Entwicklungsbericht“ abgelöst worden. Darin werden Fähigkeiten in Deutsch, Mathe, Englisch, Sport, Musik oder Religion ebenso bewertet wie Teamfähigkeit, Konzentration oder Konfliktfähigkeit – statt eines Spektrums von sechs Schulnoten gibt es vier Kästchen zum Ankreuzen – fast immer, überwiegend, teilweise und selten. Und dieser Entwicklungsbericht ist das Einzige, was an die aufnehmende Schule weitergegeben werden muss. Natürlich dürfen Notenzeugnisse, wenn vorhanden, ebenfalls mitgebracht werden.

Bildungsmanager Sappert hofft, dass alle neuen Flensburger Schulen wieder ihre Schüler finden. „Unser Bildungssystem ist mittlerweile so durchlässig, dass die Schulwahl zur 5. Klasse nicht über den Schulabschluss entscheidet – und das ist gut so“, sagt Sappert. Auf allen Flensburger Gemeinschaftsschulen hätten die Schüler die Chance, das Abitur zu erreichen. „Entweder haben Gemeinschaftsschulen wie Kurt-Tucholsky-Schule und Fridtjof-Nansen-Schule eigene Oberstufen oder sie haben zuverlässige Kooperationen mit Oberstufenschulen und können dadurch direkt in die Oberstufe versetzen.“ Das trifft auf die Comenius-Schule ebenso zu wie auf die Gemeinschaftsschule West wie auf die Käte-Lassen-Schule im Osten.

Eine Befürchtung aus dem Vorjahr hat sich jedenfalls an keinem Gymnasium bestätigt. Weder deute sich eine Welle von Querversetzungen an noch hätten die Gymnasien zurückgemeldet, dass sich in größerer Zahl ungeeignete Fünftklässler angemeldet hätten.

Wolfgang Sappert rät Eltern auf jeden Fall, sich möglichst breit zu informieren, also möglichst mehrere der am kommenden Dienstag mit der Gemeinschaftsschule West startenden Informationsabende der zehn Schulen in Flensburg und Harrislee zu besuchen.


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