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FH-Studie : Gute Noten für die Flensburger Kliniken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Studierende mit dem Schwerpunkt „Krankenhausmanagement“ haben Bürger zum Image von Diako und Franziskus befragt

Flensburg | Trotz ökonomischer Zwänge im Gesundheitswesen können die beiden Flensburger Krankenhäuser auf ein überwiegend positives Image bauen. Über 80 Prozent der Patienten sind mit der medizinischen Versorgung zufrieden. Dieser Wert ist seit einigen Jahren relativ konstant. Und endlich ist bei der Bevölkerung angekommen, dass Diako und Malteser Krankenhaus nicht in Konkurrenz stehen, sondern im Klinikverbund kooperieren. Das ist, grob gesagt, das Resultat einer von 13 Studierenden des Schwerpunkts Krankenhausmanagement durchgeführten „Untersuchung“ an der Fachhochschule, die gestern von Isabell Bock und Marlena Baron vorgestellt wurde.

Allerdings sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Denn die Befragung erhebt nicht den Anspruch, repräsentativ zu sein. „Es sind Schlaglichter“, sagt Roland Trill vom Institut für eHealth & Management im Gesundheitswesen an der FH, unter dessen Leitung die Studie stand. Image drücke sich zudem über Gefühle und Einstellungen aus, weniger durch rationale Suchvorgänge. „Insbesondere in Wettbewerbsmärkten“, so Trill, „hat das Image aber einen hohen Stellenwert.“

Es sind knapp 300 Menschen verschiedener Altersstufen interviewt worden – in der Innenstadt oder in Einkaufszentren, jedoch nicht im Krankenhaus selbst. 14 Prozent davon waren privat versichert, ehemalige Patienten (68 Prozent) zeichneten ein deutlich besseres Bild als jene, die in einem der beiden Krankenhäuser noch nicht behandelt worden waren. „Letztlich aber wissen wir zu wenig über die Menschen, die befragt worden sind“, merkte Klaus Deitmaring, Leiter des Malteser-Krankenhauses, kritisch an. Eine bessere Zielgruppe wären Patienten und deren Angehörige gewesen.

Immerhin 62 Prozent (Diako) und 52 Prozent (Franziskus) sahen den Patienten im Mittelpunkt der Aktivitäten im Krankenhaus. Das waren deutlich weniger als 2012. Dennoch werten die Klinik-Chefs das als „ein noch gutes Ergebnis“ angesichts zunehmend schwieriger Rahmenbedingungen. Christian Peters, Ärztlicher Direktor der Diako, betrachtet dies aber auch als Aufforderung, in die Modernisierung von Bausubstanz und sanitäre Anlagen zu investieren. Das sei in Bezug auf medizinisches Gerät und moderne Technologien allerdings schon geschehen. Das wird auch von den Befragten gewürdigt. Wie wenig diese aber grundsätzlich über die medizinischen Angebote wissen, zeigt die Tatsache, dass sie nur vier von 12 Abteilungen dem jeweiligen Krankenhaus richtig zuordnen können.

Was fehlt? Die meist genannten Defizite sind: Eine augenärztliche und HNO-Versorgung, Zeit, Personal und Freundlichkeit sowie Parkplätze. Bemängelt wurde auch, dass es nicht möglich sei, in Flensburg Transplantationen durchzuführen. Das solle auch so bleiben, sagte Christian Peters. „High-End-Medizin sollte an den Uni-Kliniken verbleiben.“ Letztlich schnitt die Diako mit der Gesamtnote 2,26, das Malteser-Krankenhaus mit 2,39 ab. „Warum können wir nicht besser sein als die Diako“, fragte Klaus Deitmaring? Und gab sogleich die Antwort: Die Geburtshilfe etwa, die an der Diako angesiedelt ist, vermittele ein positives Gefühl. „Wenn bei uns jedoch jemand mit einem Tumor behandelt wird, steht im Vordergrund das Leiden und Sterben.“

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erstellt am 13.Apr.2016 | 07:50 Uhr

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