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Flensburger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 14:06 Uhr

Gute Laune nach Noten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

5. Dänisch-Deutscher Musikschultag: 1400 Mitwirkende sorgten für bunte Klänge in der gesamten Innenstadt

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2016 | 08:58 Uhr

Die Konzerte der Folk-Baltica 2016 sind gerade erst verklungen, die Musiker vom Schleswig-Holstein Musikfestival und die Bands von der Hofkultur stimmen bereits ihre Instrumente. Mittendrin in diesem klingenden Flensburger Sommer zeigten am Sonnabend 1  400 Musikschüler, dass man von Tönen nie genug bekommen kann. Mit Spielfreude und Können machten sie den 5. Dänisch-Deutsche Musikschultag der Region Sønderjylland-Schleswig zu einer gelungenen Premiere für Flensburg.

„Okay. Es wird doch ein bisschen voll.“ Eine junge Streicherin sitzt auf der Bühne, neben sich ihre Geige. Ein wenig aufgeregt sieht sie zu, wie sich die Plätze füllen. Viele Familien sind gekommen, die Türen stehen einladend offen, das Foyer gleicht einem Parkdeck für Kinderwagen. Mit kurzen Stücken vom finnischen Tango bis zur Fingerpolka eröffnen die rund 100 jungen Musiker vom Deutsch-Dänischen Streicherprojekt im Stadttheater den 5. Dänisch-Deutschen Musikschultag.

Die Vorbereitungen für das grenzüberschreitende Treffen, an dem sieben Musikschulen beteiligt sind, laufen seit gut einem Jahr. Gabriel Koeppen ist in diesem Jahr so etwas wie der Dirigent des Organisationsorchesters. Der Geschäftsführer der Musikschule Flensburg ist begeistert vom Gesamtklang: „Das fachliche, musikalische und menschliche Zusammenspiel war und ist einfach klasse.“ Ohne den engagierten Einsatz aller Lehrkräfte, die Unterstützung von Förderern und Ordnungsamt und das Entgegenkommen der Spielstätten wäre ein solches Unterfangen kaum umsetzbar: Auf elf Bühnen zwischen Stadttheater und Museumswerft bringen Big Bands, Klassikorchester, Folkgruppen, Rockbands und Flötenensembles zu Gehör, was sie gelernt haben.

Einer von ihnen ist Jesper Emil Andresen. Der 18-Jährige aus Tondern spielt auf dem Musikschultag in drei Bands als Schlagzeuger mit. Zwischendurch zieht er auf einer Bank am Nordermarkt die Saiten seiner Gitarre neu auf. Die kommt aber erst später zum Einsatz. „Ich spiele nachher noch mit zwei Freunden auf einer Geburtstagsfeier“, erklärt er. Am Kompagnietor sind Dorothee Petersen (18) und Christine Petersen (14) mit Klarinette und Baritonsaxofon unterwegs. Die Freundinnen sind nicht zum ersten Mal beim Dänisch-Deutschen Musikschultag dabei und sind sich einig: „Flensburg ist klasse, weil die Spielstätten hier so eng beieinanderliegen.“ Auch das Konzept, an einem Sonnabend und mit vielen Bühnen in der Innenstadt vertreten zu sein, geht ihrer Ansicht nach auf. „Vielleicht würden nicht so viele extra für den Musikschultag kommen“, schätzt Christine Petersen, „aber so bleiben viele stehen.“

Musiziert wird überall zu freiem Eintritt, auch in der Heiliggeistkirche, im Kompagnietor und in der Musikschule selbst. Dort ist das organisatorische Zentrum, unter anderem mit Instrumenten-Depot. Man gibt sein Instrument ab und bekommt eine Nummer – wie an der Garderobe beim Theaterbesuch. „So ein Cello ist furchtbar unhandlich“, freut sich Barbara Schmidt-Goertz über diese Möglichkeit, ohne ihr Instrument den Tag auch als Zuhörerin genießen zu können. Vor zweieinhalb Jahren hat die 64-Jährige angefangen, Cello-Unterricht zu nehmen. Seit einem Jahr ist sie Mitglied des Schleswiger Kammerorchesters, heute ist sie bei den Schleswiger Streichern mit von der Partie.

Bereits seit sechs Jahren gehen Julia und Barbara Brinch Hansen regelmäßig zur Musikschule. Die elfjährigen Zwillinge spielen Geige, unter anderem im C-Orkesteret Aabenraa. Im Publikum sitzen ihre Geschwister, die am Morgen im Stadttheater bereits ihren Auftritt hatten, und die Eltern. Nach dem C-Orkesteret spielen sich im Emmi-Leisner-Saal die durchweg älteren Mitglieder des Schleswiger Ensembles Da Capo mit einigen Takten Mozart warm. „Wir warten noch auf eine Geige und ein Cello. Die sind noch auf dem Weg vom Theater hierhin“, erklärt Orchesterleiter Dietrich Bieber den Zuhörern. Als die Instrumente samt den dazugehörigen Spielern kurz darauf eintreffen, beginnt ihr Konzert.

„Das Ganze ist völlig entspannt“, freut sich Musikschulleiter Koeppen bei einer Zwischenbilanz. Ohnehin wirkt der Musikschultag wie ein riesiges, generations- und grenzübergreifendes Familientreffen. Auch Carl August (14) und seine Schwester Sigrid Kjestine Tang Jepsen (12) sind mit ihren Eltern und Instrumenten in der Stadt unterwegs. Im Ohr die Klänge von Prince „Purple Rain“ – interpretiert von Rytmisk Talent aus Apenrade – brechen die beiden nach einer kurzen Pause zu ihrem Einsatz auf , und zu einem weiteren hörbaren Beweis dafür, was Musikschulen und Musikschüler können!

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