Flensburg : Gute Chancen für Motorola-Entlassene

Angetan vom Flensburger Aufschwung: Arbeitsminister Döring neben Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner (l.). Foto Marcus Dewanger
Angetan vom Flensburger Aufschwung: Arbeitsminister Döring neben Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner (l.). Foto Marcus Dewanger

"Diese Region hat dramatisch gut aufgeholt." Dieses Fazit zog der schleswig-holsteinische Arbeitsminister Uwe Döring am Ende seines gestrigen Flensburgs-Nachmittags. Und diesen Optimismus ließ sich der Minister auch nach seinem Besuch im Motorola-Werk nicht nehmen.

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25. Januar 2008, 01:46 Uhr

"So gut und effektiv wie hier in Flensburg habe ich noch keine Transfergesellschaft arbeiten sehen", betonte Döring. Dadurch hätten alle der 814 Motorola-Entlassenen, die voraussichtlich bis September diesen Jahres einen Vertrag bei der Transfergesellschaft unterschreiben werden, sehr gute Chancen, auf den ersten Arbeitsmarkt zurück zu kehren, erläuterte Döring. Martina Würker, Leiterin der Flensburger Agentur für Arbeit, bestätigte diese optimistische Einschätzung. "Von der ersten Entlassungswelle bei Motorola, die 209 Mitarbeiter betraf, sind 70 Prozent wieder in Arbeit vermittelt worden", sagte sie. Die Auffrischung alter Fachkenntnisse, neue Qualifikationen wie Dänisch-Kenntnisse und eine hohe Flexibilität der Arbeitnehmer seien neben der effektiven Arbeit der Transfergesellschaft die Gründe für die gute Vermittlungsquote. "Vor Entscheidungen der Weltkonzern-Zentralen auf den sich immer rasanter entwickelnden Märkten könne man sich nicht schützen", betonte Döring.
Gut stehen die Chancen, dass in den Werkshallen des Handy-Konzerns in absehbarer Zeit neue Arbeitsplätze entstehen. "Es gibt sehr gute Gespräche mit potenziellen neuen Nutzern", sagte OB Klaus Tscheuschner. Der Motorola-Komplex sei eine gefragte Immobilie. Die Chance, dass die Arbeitslosenzahl in der Fördestadt weiterhin so überdurchschnittlich gut abgebaut werden kann, sei laut Döring groß.
Nicht nur lobende Worte, sondern auch einen Scheck über 370000 Euro brachte Döring mit nach Flensburg. Bestimmt ist die Summe für das bundesweit einmalige Projekt „Handlungskonzept Schule und Arbeitswelt“, das junge Menschen, die nicht glatt durch die Schulzeit gekommen sind, fit für den Arbeitsmarkt machen soll. Weitere 330000 Euro steuert bis Ende 2009 das Bildungsministerium bei. Bestimmt sind die Gelder für das Jugendaufbauwerk. "Eine der wichtigsten Aufgaben der Politik ist es, jungen Menschen Perspektiven zu geben", betonte Döring.

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