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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 04:45 Uhr

Autos teilen : Gute Chancen für Car-Sharing

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt ist in Verhandlungen mit einem bundesweit aktiven Anbieter. Klimapakt-Mitglieder sollen für eine Basis-Auslastung sorgen.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2014 | 07:46 Uhr

Eigentlich ist Flensburg zu klein für Carsharing. Vor Jahren wurde schon einmal versucht, diese Umwelt schonende Art des Individualverkehrs hier zu etablieren. Vergeblich. Jetzt steht ein neuer Versuch unmittelbar bevor. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Klimapakt bzw. seine Mitgliedsunternehmen.

Denn die sollen zu einem großen Teil die Autos nutzen, die ein kommerzieller Anbieter bereit stellt. Der kommt nur dann mit rund 20 Fahrzeugen nach Flensburg, wenn ihm ein Mindestumsatz garantiert wird. Privatpersonen können nur schwer dafür vertraglich verpflichtet werden – Unternehmen mit einem gut abzuschätzenden Bedarf an Mobilität schon. Trotzdem können und sollen Private beim Carsharing dabei sein, vor allem außerhalb der Kernzeiten tagsüber.

„Wir haben einen Bewerber ausgewählt, mit dem wir jetzt in Gesprächen sind“, sagte Anja Starick, die neue Leiterin der Abteilung für Stadtentwicklung im Rathaus. „Das Ziel muss sein, genug Nachfrage zu generieren.“ Von Vorteil sei es, so Anja Starick, dass für geschäftliche und private Kunden unterschiedliche Zeiten interessant seien: Die Unternehmen benötigen die Fahrzeuge tagsüber, die Privaten eher am späten Nachmittag und am Abend sowie am Wochenende. So komme man am Ende zu einer guten Auslastung.

Ziel ist nicht zuletzt eine Verkleinerung des gesamten Fahrzeugbestandes in Flensburg. Autofahrer, die ihr Fahrzeug schon jetzt eher selten benutzen, sollen animiert werden, es ganz abzuschaffen – vor allem die, die in den Innenstadtquartieren leben, in denen großer Stellplatzmangel herrscht, dafür aber eine gute Busanbindung gegeben ist. Und größere Unternehmen könnten, wenn sie auf Carsharing zurück greifen, ihren Fuhrpark verkleinern.

Dieser Gedanke scheint nicht aus der Luft gegriffen zu sein. „Wir können uns vorstellen, uns aktiv daran zu beteiligen“, sagte Jürgen Möller, Vorstand beim Selbsthilfebauverein, der einen Fuhrpark von rund 25 Fahrzeugen unterhält. Es sei doch besser, wenn ein Auto auch abends und am Wochenende bewegt werde, als dass es „ungenutzt auf dem Hof stehe“, so Möller. „Das passt durchaus in unser Konzept“, bekräftigt auch Peer Holdensen, Sprecher der Stadtwerke. Man habe eigens einen Mitarbeiter abgestellt, der die Gespräche in Sachen Carsharing führt. Der Energieversorger hat immerhin rund 100 Autos zur Verfügung – da ist Spielraum für eine Reduzierung.

Die 20 Fahrzeuge, mit denen der Anbieter an den Start gehen will, würden auf fünf bis sechs Standorte verteilt. Die müssten einerseits gut erreichbar und sichtbar sein, andererseits aber auch in der Nähe der gewerbliche Nutzer. „Das passt bei uns doch gut“, sagt Möller, „wir sind mitten in einem Wohngebiet.“

Carsharing sei „eine hervorragende Ergänzung dessen, was wir nicht erfüllen können“, sagt Paul Hemkentokrax, Chef bei Aktiv-Bus. Man habe vor allem die Dauerkunden im Blick, die aber hin und wieder auch mal ein Auto benötigen. Die Idee sei, dass man diesen Kunden ein spezielles Carsharing-Angebot mache. Und nicht zuletzt ist auch die Stadtverwaltung einer der heißen Kandidaten für eine aktive Rolle bei dem Projekt. „Unser Ziel ist es, noch in diesem Jahr loszulegen“, bekräftigt Anja Starick.

 

 

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