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Gemeinderatssitzung : Grünes Licht für Handewitts Oberstufe

vom

Genehmigung des Bildungsministeriums liegt nach langem Warten vor. Städtebaulicher Vertrag zum "Wohnpark Norderkamp" unterzeichnet.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 07:16 Uhr

Handewitt | Als "Bonbon" präsentierte Bürgermeister Dr. Arthur Christiansen auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Handewitt eine Genehmigung, auf die lange gewartet werden musste. Erst am Nachmittag war das offizielle Schreiben des Bildungsministeriums für die neue gymnasiale Oberstufe eingetroffen: Wie erwartet gab Kiel grünes Licht, ab August starten die ersten Handewitter Abiturienten an der Gemeinschaftsschule. 50 Anmeldungen liegen derzeit vor. "Es sind nur vier Seiten", so Christiansen, "aber sie bringen eine zentralörtliche Funktion nach Handewitt und zeigen, dass wir acht Millionen Euro richtig investiert haben." Noch eine weitere Genehmigung konnte er vorweisen: Der kommunale Haushalt 2013 ist abgesegnet. Die Kommunalaufsicht erteilte "keine Auflagen, aber deutliche Hinweise".

Vor allem Abschiedsworte gehörten zum guten Ton der letzten Sitzung in dieser Wahlperiode - sie prägten den Verlauf aber nicht. Dafür war der städtebauliche Vertrag zum "Wohnpark Norderkamp", dem Leuchtturm-Projekt mit 38 Wohneinheiten, verantwortlich. Zunächst kamen Christiansen und CDU-Gemeinderat Gerald Müller, zusammen mit Holger Meyer Investor für das Mehr-Generationen-Projekt, zehn Minuten zu spät. Sie hatten den Kontrakt unter Aufsicht eines Notars zu unterzeichnen. "Auch die ganzen Anlagen mussten verlesen werden", so der Bürgermeister. "Das hat den ganzen Zeitplan verschoben."

Es schimmerte durch, dass der Vertrag mit "heißer Nadel" gestrickt worden war. Er war tags zuvor ein letztes Mal vom Kieler Verwaltungsrechts-Experten Dr. Wolfgang Ewer überarbeitet worden und steckte erst am Abend in den Briefkästen der Kommunalpolitiker. "Ich habe nur fünf Seiten lesen können", monierte SSW-Sprachrohr Kaj Clausen (SSW) die Vorgehensweise. "Ich muss nun etwas zustimmen, was ich nicht gelesen und verstanden habe - so sollte ein Gemeinderat nicht handeln." Auch die Tatsache, dass die Post nicht von der Gemeindeverwaltung, sondern durch das Planungsbüro BBU verteilt wurde, stieß bei ihm sauer auf. "Das ist der Planer des Investors", meinte Clausen und erinnerte an das knifflige Recycling-Projekt "Hornholzer Höhen", das vom selben Büro begleitet worden war.

Der SSW beantragte eine Sitzungsunterbrechung. "Wahlkampf-Getöse", unkte es aus einer Ecke. Zumindest hatte sich der SSW nach zehn Minuten "gefunden" und stimmte sowohl dem städtebaulichen Vertrag als auch der nötigen B-Plan-Änderung für den Wohnpark zu - ohne allerdings die Bedenken am Prozedere zurückzuziehen. "Das enge Zeitfenster", erklärte Christiansen, "ist nicht der Tatsache geschuldet, dass wir zu langsam sind, sondern dass wir einen Fachmann haben, der heute in der Türkei und morgen in Leipzig weilt." Wolfgang Hennig (SPD) war es als Vorsitzendem des kommunalen Planungsausschusses wichtig, darauf hinzuweisen, dass BBU zu den vier Planungsbüros zählt, die schon vor 2008 für die beiden Altgemeinden tätig war: "Das Misstrauen ist unbegründet."

Auch die Hornholzer Höhen in Jarplund ließen nach langer Zeit wieder von sich hören. Nach fast einjähriger Prüfung hat das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume die Betriebsgenehmigung für das in der Bevölkerung umstrittene Recycling-Projekt erteilt. "Komplett für alle Anlagen, Gebäude und was sonst noch dazugehört", verkündete Christiansen. Ein Normenkontrollverfahren, das von drei Jarplundern ("BI Handewitt e.V.") beantragt wurde, ist aber noch beim Oberverwaltungsgericht Schleswig anhängig. Der Bürgermeister rechnet mit einem Verfahrensbeginn im Sommer.

Christiansen gab zuletzt eine persönliche Erklärung ab. Mit dem Stolz, seit 2008 vieles zusammen mit der Handewitter Kommunalpolitik auf die Reise gebracht zu haben, schwang die Erkenntnis mit, dass er "eine neue Baustelle aufgemacht" hat, "eine um meine Person". Mit seiner Kandidatur in Schleswig braucht Handewitt einen neuen Bürgermeister. "Entweder bin ich ab dem 19. Januar in Schleswig im Amt, oder wenn ich nicht gewählt werde - was ich nicht glaube - bis Juni 2014 in Handewitt." Eine Wiederwahl schloss er damit kategorisch aus. "Sind wir Schleswig dankbar oder gram?", witzelte Kaj Clausen mit spitzer Zunge. "Ich wünsche dir zumindest, dass du Bürgermeister in Schleswig wirst - damit wir deine Pension nicht zahlen müssen."

Eine Wahl gab es schon jetzt: Hans Truelsen war aus gesundheitlichen Gründen als Schiedsmann zurückgetreten. Nachfolger ist der bisherige Stellvertreter Gerd Geppert. Den öffentlichen Teil der Sitzung schloss Bernd Rehmke (SPD). Es war seine letzte Sitzung nach 18 Jahren als Bürgermeister der Alt-Gemeinde Jarplund-Weding und dann als Bürgervorsteher der neuen Fusionskommune. Er erntete zum Abschied warmen Applaus.

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