Investor gesucht : Grünes Licht für das Hotel am Tomatenberg

Basislager: Oberhalb dieses Parkplatzes sieht die Stadt den idealen Standort für ein hochklassiges Hotel. Foto: Dewanger
Basislager: Oberhalb dieses Parkplatzes sieht die Stadt den idealen Standort für ein hochklassiges Hotel. Foto: Dewanger

Kontroverse Diskussion im Planungsausschuss / Keine Festlegung auf einen Investor / Akquise beginnt

shz.de von
25. August 2011, 07:05 Uhr

Flensburg | Die Suche nach einem Investor kann losgehen. Die Kommunalpolitiker haben der Idee, im unteren Lautrupsbachtal ("Tomatenberg") ein Hotel zu planen und zu bauen, grundsätzlich zugestimmt. Am Dienstag winkten sie im Planungsausschuss nach einer längeren, nicht unkritischen Diskussion den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan durch.

Der Standort ist attraktiv, aber schwierig. Er liegt nur ein paar Steinwürfe vom Hafen entfernt, direkt am Volkspark, in Gehweite der City. Schwierig könnte die Erschließung werden, da sie überwiegend über die Straße Am Lautrupsbach erfolgen soll, das eigentliche Gebäude aber auf halber Höhe zum Volkspark hinauf liegt. "Alles durch den Keller?", fragte deshalb Elmar Westphal (WiF) in der Ausschuss-Sitzung.

Planungschef Michael Draeger ist überzeugt, eine 1a-Lage für ein "Vier Sterne plus"-Hotel gefunden zu haben. Hier könne man vier- oder fünfgeschossig für 100 Zimmer oder mehr bauen. Wichtig für ihn: "Es gibt keine Vorfestlegung auf einen Investor. Wir haben mit niemandem gesprochen." Draeger will unbedingt ein Fiasko wie vor wenigen Jahren mit dem Hotel am Ballastkai vermeiden. Da hatte die Stadt sich von Beginn an auf ein Investorenpaar und einen Standort, später auch auf einen Entwurf festgelegt - und scheiterte am Ende. Diesmal wird erst der Konsens für den Standort und danach der Investor gesucht, zum Beispiel auf der wichtigsten Messe für Gewerbe-Immobilien im Oktober in München.

Im Ausschuss wurde gefragt, was mit der Liste möglicher Hotel-Standorte von 2008/2009 sei. Die seien alle nicht realisierbar, antwortete Ausschuss-Vorsitzender Frank Markus Döring und erwähnte die Projekte "Kaysers Hof" und "Kelm-Hof"; bei letzterem soll es allerdings jetzt wieder vielversprechende Gespräche geben. Es sei eine "kluge Idee, einen Einzelstandort" wie den am Lautrupsbach zu nehmen. Grundsätzliche Kritik an dieser Wahl wurde nicht laut, die Forderung nach einer "wertvollen Architektur" an dieser Stelle schon.

Die Bedenken, dass ein hochwertiges Hotel am Lautrupsbach in Konkurrenz zu den Plänen an anderer Stelle, zum Beispiel an der Schiffbrücke, stehen könnte, versuchte Draeger zu zerstreuen. Es gebe zusätzlichen Bedarf für mindestens ein weiteres Hotel, etwa im Drei-Sterne-Bereich. Dennoch forderte Uwe Schött (Grüne), an der Schiffbrücke unbedingt aktiv zu werden. "Sind wir hier in Huddersfield oder Blackburn?", fragte er mit Blick auf den baulichen Zustand vor allem im Bereich "KaysersHof".

Rückenwind bekam Draeger von der CDU und von der SPD. Man solle nicht die Probleme in den Vordergrund stellen, sondern die Vision, sagte Stephan Kienaß (SPD). Es gelte, "Pfeiler einzuschlagen" und ein "klares Signal" zu senden, so Arne Rüstemeier und Kurt Neumann (CDU). Man dürfe das Projekt nicht zerreden, mahnte Sönke Wisnewski (SSW). Am Ende stimmte nur Uwe Schött mit Nein.

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