Grünes Licht für Boulevard und Fördeplatz

Nach mehrmaligem Hin und Her steht die Glücksburger Politik nun geschlossen hinter der Neugestaltung der Promenade und des Fördeplatzes. Dem Entwurf dafür stimmte der Bauausschuss zu. Die Entscheidung über die Förderquote liegt nun bei den Landesbehörden.

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06. August 2009, 06:14 Uhr

Glücksburg | Der Weg zu einer hohen Förderquote für Projekte des Zukunftsprogramms Wirtschaft ist lang - und von vielen Akteuren abhängig. Die Glücksburger Politik hat mit Blick auf die Neugestaltung der Promenade und des Fördeplatzes seit Dienstagabend alle Hausaufgaben dafür gemacht.

Frank Sass vom Ingenieurbüro Sass & Kollegen stellte an diesem Abend während einer Sondersitzung des Bauausschusses die endgültige Fassung des Entwurfs vor, durch den das touristische Herzstück des Ostseebads aufgewertet werden soll. Zum einen - wie berichtet - durch eine deutliche Verbreiterung der alten schmalen Promenade zwischen Quellental und dem Strandhotel zum einladenden Fördeboulevard. Zum anderen durch die Neugestaltung des Fördeplatzes, also der versiegelten Fläche zwischen Intermar und Strandhotel.

"Die größte Qualität dieses Platzes ist das Wasser - deshalb sollte die Förde stärker erlebbar gemacht werden", erläuterte Sass. Dafür soll unter anderem der mit Werbeplakaten versehene Zaun, der den Strand von der Promenade abgrenzt, verschwinden und durch eine flache Mauer mit Sitzflächen ersetzt werden. Auch das Hochschneiden der Bäume soll einen besseren Fördeblick ermöglichen. Das zweite wichtige Ziel des Umbaus lautet: Platz gewinnen. Dafür sollen unter anderem die Efeuinseln verschwinden und die Grasfläche zwischen Intermar und Promenade deutlich zurück gebaut werden - und zwar zu einem Liegehang. "Außerdem wollen wir weg von den harten, kantigen Betonstrukturen", sagt Sass. Sie sollen durch geschwungene Linien, Holzelemente und ein neues helles Pflaster ersetzt werden. Das bisherige Pflaster - so schlug Sass vor - soll nicht entsorgt, sondern zur Aufwertung des Zugangs zum Fördewald genutzt werden.

Nach einigen Nachfragen stimmte der Bauausschuss den Plänen mit großer Mehrheit zu. Die einzige Enthaltung kam in seiner ersten Sitzung vom neuen Ausschussmitglied Werner Kiwitt. Das gesamte Paket darf laut Beschluss des Finanzausschusses maximal 4,7 Millionen Euro kosten und muss zu 80 Prozent gefördert werden.

Doch der Weg dorthin führt noch über einige Stationen. Nach dem Beschluss des Bauausschusses ist der Entwurf auf dem Weg zur Entwicklungsagentur Nord, die die Pläne an das Tourismusreferat des Wirtschaftsministeriums weiter leitet. Dieses erteilt daraufhin der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) einen Auftrag zur fachtechnischen Prüfung. Nach dieser erhält wiederum das Tourismusreferat von der GMSH einen Prüfvermerk über die förderfähigen Kosten. Auf Basis dieses Vermerks erstellt das Tourismusreferat die maßgebliche Vorlage für die Ministerentscheidung über die Höhe der Förderquote.

Mit anderen Worten: Es kann knapp werden mit der für September angepeilten Entscheidung des Wirtschaftsministers. "Liegen bis dahin nicht alle erforderlichen Vorlagen vor, wird über unser Projekt erst in er Ministerrunde im November entschieden", sagte Stadtrat John Witt. Da eine Voraussetzung für die Förderung der Baubeginn im Beantragungsjahr ist, müssten in diesem Fall noch im Dezember die Bagger anrollen.

ANJA WERNER

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