Grünes Licht für 300 Wohnungen

Bauen und Wohnen am Stadtrand: Schräg links der Bahndamm, in der Mitte verläuft die K  8, rechts schlängelt sich die Adelbybek.
Bauen und Wohnen am Stadtrand: Schräg links der Bahndamm, in der Mitte verläuft die K 8, rechts schlängelt sich die Adelbybek.

Planungsausschuss winkt Bebauungsplan für Tarup Südost durch / Baubeginn für die K 8 womöglich noch in diesem Jahr

shz.de von
20. September 2012, 06:23 Uhr

Flensburg | Die Stadt kann weiter wachsen. Einen letzten Beschluss der Ratsversammlung am kommenden Donnerstag vorausgesetzt, kann das Technische Betriebszentrum (TBZ) noch in diesem Jahr mit der konkreten Planung und dem Weiterbau der Taruper Umgehung (K 8) beginnen. Die Erschließung der anliegenden Baugebiete könne frühestens Ende 2013 beginnen, sagte TBZ-Geschäftsführerin Maren Reimann. Rund 300 Wohneinheiten sind in dem Plangebiet Groß-Tarup vorgesehen.

Flensburgs jüngstes Neubaugebiet liegt südöstlich des Bahndamms, auf dem die Bahnlinie nach Kiel verläuft, sowie rechts und links des Tastruper Wegs. Es ist in drei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste liegt zwischen Bahndamm und künftiger Taruper Umgehung, der zweite zwischen Taruper Umgehung und Tastruper Weg, der dritte zwischen Tastruper Weg und Adelbybek. Die drei Teilflächen werden jeweils durch ringförmige Straßen erschlossen, die vom Tastruper Weg abzweigen.

"Wir beginnen mit dem Bau der K 8", kündigte TBZ-Chefin Reimann an. Sie sei das "Rückgrat" des ganzen Viertels; eine Erschließung der eigentlichen Bauflächen sei erst möglich, wenn die K 8 fertig ist. Bislang verläuft diese Straße vom Sandberg kommend durch das fertig gestellte Baugebiet Hochfeld und endet an der Ringstraße. Im Zuge der jetzt beschlossenen Planung wird sie zunächst bis zum Tastruper Weg gebaut; das fehlende Drittel bis zur Taruper Hauptstraße erfolgt in einem weiteren Planungsschritt. Um die künftigen Bewohner vor dem Straßenlärm zu schützen, wird die K 8 von einem 3,50 Meter hohen Bahndamm eingerahmt.

Stadtplanerin Anne Havlat erläuterte im Planungsausschuss, dass entgegen der früheren Planung jetzt auch dreigeschossige Bebauung zulässig ist, und zwar direkt am Tastruper Weg. Da diese Häuser dann auch direkt von dieser Straße aus erreicht werden, könne man im Inneren des Gebietes Verkehrsfläche einsparen. Neben frei stehenden Einfamilienhäusern sind auch Doppel- und Reihenhäuser vorgesehen, darunter auch Doppelhäuser mit vier Wohnungen, wie sie auch in Hochfeld gebaut wurden.

Der Ausschuss empfiehlt der Ratsversammlung mit einer deutlichen Mehrheit von acht zu vier Stimmen, die Planung so zu beschließen. Neben den Grünen lehnten die Linken und die WiF-Vertreter wie erwartet die Planung ab. "Die Verbesserung einer teuren überflüssigen Sache macht es nicht zu einer guten Sache", sagte WiF-Ratsherr Elmar Westphal zur Begründung. Die WiF hat die großflächige städtische Planung im Südosten Flensburgs von Beginn an abgelehnt, weil sie aus WiF-Sicht zu teuer ist und am künftigen Bedarf vorbei geht. Die Stadtplanung hingegen beruft sich auf ein vom Land vorausberechnetes Bevölkerungswachstum für Flensburg und einen daraus resultierenden Wohnraumbedarf, auch im Segment der Einfamilienhäuser.

Die öffentliche Auslegung der Pläne hatte, wie Anne Havlat darlegte, zahlreiche Bewohner von Sünderup Nord auf den Plan gerufen. Sie befürchten durch das neue Wohngebiet eine weitere Zunahme des Verkehrs auf der Ringstraße. Eine von den Sünderupern angeregte Sperrung der Ringstraße für den Verkehr von der K 8 Richtung Tarup und Engelsby sei für die Stadt jedoch keine Option. Mit 780 Autos pro Tag sei die Straße nicht sehr stark belastet, erklärte Planungschef Peter Schroeders. Über eine Verbesserung der Sicherheit für Schulkinder gerade zu den Stoßzeiten werde man aber nachdenken. Eine Ampel, eine Brücke oder gar einen Tunnel, wie Heinz-Werner Jezewsky (Die Linke) vorschlug, wird es aber wohl nicht werden.

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