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Wohnen in Flensburg : Grünes Licht für 165 Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gebäude werden gut vier Meter niedriger als zunächst geplant - deutliche Mehrheit im Planungsausschuss für das Projekt.

Autos werden hier schon lange nicht mehr verkauft oder repariert. Stattdessen wird auf dem Gelände zwischen Osterallee und Naturschutzgebiet Twedter Feld bald mit dem Bau von insgesamt 165 Wohnungen begonnen. Geplant ist eine lockere Bebauung mit einem runden Dutzend Häusern, die meisten davon dreigeschossig. Direkt an der Straße sind jedoch Häuser mit vier und sogar fünf Geschossen geplant, die zumindest optisch in einem starken Kontrast zu den Grasdach-Häusern des Wohnparks am Goldregen gegenüber stehen.

Nicht zuletzt von dort kamen Einwendungen gegen die Planung, die jedoch schriftlich vorgebracht werden mussten, weil es eine Bürgerversammlung zu der aktualisierten Planung nicht gab. Dies wurde auf der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses bemängelt, obwohl die Stadt formal alles richtig gemacht hat. Die Bürgerversammlung hatte 2014 stattgefunden, als die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen worden war.

Die Häuser werden allerdings durch eine Änderung der Dachform insgesamt gut vier Meter niedriger als im ersten Entwurf geplant. Da waren noch Satteldächer mit einer Dachneigung von 45 Grad vorgesehen, die zu einer erheblich größeren Gesamthöhe geführt hätten. Mit dem deutlich flacheren Dach „können wir die Höhen entscheidend heruntersetzen“, so der Chef der Stadtplanung, Peter Schroeders. Das sei ein wesentlicher Kritikpunkt aus der Nachbarschaft gewesen. Die Herabsetzung der Höhe sei sachgerecht, so Schroeders. Eine weitere Änderung betrifft die Tiefgarage, die es aus Naturschutz-Gründen jetzt nicht mehr im Norden und Nordosten des Baugebiets – also im Übergang zum Naturschutzgebiet – geben wird.

Schroeders erläuterte außerdem im Ausschuss, dass es sich in diesem Fall um einen Bebauungsplan handele, der dem Bauherrn – ein Flensburger Investor mit einem Partner aus Kiel – eine gewisse Flexibilität ermögliche und nicht von vornherein alle baulichen Details festlege. Einen städtebaulichen Vertrag werde die Stadt mit dem Bauherrn über die verkehrliche Erschließung abschließen, so Stadtplaner Jonas Rømer.

Kritik kam unter anderem von Glenn Dierking (SSW), der sich an den vier- und fünfstöckigen Gebäuden direkt an der Straße störte. In die gleiche Kerbe schlug Hubert Ambrosius (WiF), der anregte, die höchsten Gebäude besser in der Mitte des Gebiets zu errichten. Diese Einwände brachten Schroeders auf die Palme: Das Gebiet sei schulmäßig aufgebaut, indem man zur offenen Landschaft mit den Höhen heruntergehe, schimpfte er. Die Kritik widerspreche städtebaulichen Grundregeln.

Die Einwendungen von Bürgern und Institutionen werden auf 16 Seiten aufgelistet und kommentiert. Doch 13 Mal heißt es „Der Stellungnahme wird nicht gefolgt“ – im Klartext, die Kritik der Bürger wird zurückgewiesen, ob sie nun die befürchtete Verkehrsbelastung oder die Gebäudehöhen betrifft. In einem Kommentar wird hervorgehoben, dass man sich nicht nur um Ringelnatter und Kammmolch, sondern auch um den Menschen gekümmert habe: „In Kapitel 2.1 des Umweltberichts wird das Schutzgut Mensch betrachtet und die durch die Planung entstehenden Auswirkungen dargestellt und bewertet. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass nur geringe nachteilige Umweltauswirkungen auf das Schutzgut Mensch zu erwarten sind.“


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erstellt am 09.Feb.2017 | 05:41 Uhr

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