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Tourismus : Grünes Binnenland reicht jetzt bis Sörup

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeindevertretung beschließt den Beitritt zur Tarper Tourismus-Organisation. Bis Februar müssen Beschlüsse für den erwünschten Breitbandausbau gefasst werden.

Das kommende Jahr bringt für die Gemeinde Sörup erhebliche Herausforderungen. Das Thema Breitband wird ganz oben auf der Agenda stehen. Beim Thema Tourismus allerdings hat die Gemeindevertretung schon einmal Fakten geschaffen. Sörup tritt der Gebietsgemeinschaft Grünes Binnenland mit Sitz in Tarp bei.

„Sörup passt nicht in unser Konzept eines maritimen Erlebnisraums an der Förde“, lautete im vergangenen Jahr die Absage des Flensburger Tourismusverbandes an die Gemeinde Sörup, die sich touristisch nach Norden orientieren wollte. „Wir freuen uns auf Sörup im Grünen Binnenland“, lautete dagegen die Ansage der Geschäftsführerin der Gebietsgemeinschaft, Marianne Budach. Sörups Bürgermeister Dieter Stoltmann machte in der Sitzung der Gemeindevertretung deutlich, dass Sörup touristisch viel zu bieten habe und sich mit der geplanten neuen Touristinforma tion im Bahnhof auch in Zukunft professionell aufstellen wolle.

Gemeindevertreterin Brigitta Jones berichtete von ihren touristischen Erfahrungen und den steigenden Übernachtungszahlen, seit sie im Grünen Binnenland touristisch organisiert ist. Einstimmig votierten die Gemeindevertreter für eine Mitgliedschaft im Grünen Binnenland zum 1. Januar 2017.

Bis Ende Februar muss sich die Gemeinde zum Thema Breitbandausbau positionieren. Franz-Peter Sprung vom Ingenieurbüro für Datenkommunikation berichtete den Planungsstand für Sörup, der im Auftrag des Amtes ermittelt wurde. Ziel ist es, Glasfaserkabel bis in jedes Haus zu bringen. Öffentliche Träger können dort aktiv werden, wo eine Unterversorgung besteht. Das gilt für alle Gebiete mit Übertragungsraten von weniger als 30 Mbit/s.

In Sörup ist im Ortskern Kabel Deutschland tätig und kann dort bereits Anschlüsse bis 200 Mbit/s bereitstellen. Der Außenbereich dagegen (auch Baugebiete) sind hingegen unterversorgt. In Zahlen ausgedrückt heißt es, dass von 1512 Adressen in Sörup 790 noch nicht über ausreichend schnelles Internet verfügen. Pro unversorgtem Grundstück sind Investitionen von 9600 Euro notwendig, für Sörup bedeutet das insgesamt 4,5 Millionen Euro.

Für das Amt Mittelangeln sind Investitionen in den Breitbandausbau von elf Millionen Euro notwendig. Die derzeitige Förderkulisse beträgt dabei 50 Prozent. Um die Breitbandversorgung im gesamten Amt umzusetzen, wird ein Betreibermodell vorgeschlagen, in dem ein von den Gemeinden zu gründender Zweckverband den Ausbau tätigt und die Kabel anschließend an den Betreiber verpachtet. Da bis Ende Februar der noch zu gründende Zweckverband die notwendigen Förderanträge stellen muss, stehen Anfang des neuen Jahres die entsprechenden Beschlüsse an.

Auch zum Thema Gemeindewerk muss sich Sörup Anfang des Jahres positionieren, da im Februar die Teilnahme an einer Strom-Sammelausschreibung zur Beschlussfassung ansteht. Danyon Nolte von der Firma „Nordgröön“ aus Medelby stellte die Vorteile eines regionalen Gemeindewerkes heraus. Ziel dieser Konstruktion sei der direkte Einkauf von Strom beim Erzeuger und die Vermittlung an den Abnehmer. Bisher wird auch Windstrom an der Strombörse in Leipzig gehandelt. Ein Gemeindewerk könnte den von Windkraftbetreibern in Sörup erzeugten Strom aufkaufen und weiter im Ort verkaufen. Nur der in Sörup überschüssig erzeugte Strom würde dann noch an der Strombörse angeboten.

In Eggebek läuft bereits ein Pilotprojekt, an dem 20 Biogasanlagen beteiligt sind. Als weitere Option sieht Nolte die Rückübertragung des Stromnetzes an die Gemeinde. Als Vorteil sieht Bürgermeister Stoltmann die Möglichkeit, auf den Strompreis Einfluss nehmen zu können und die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung zu heben.

Die Feuerwehr Barg-Löstrup-Möllmark wird mit einem neuen Löschfahrzeug ausgestattet. Keine Freude indes kam bei den Gemeindepolitikern über die Neuerwerbung des Söruper Bahnhofgebäudes auf. „Das Innere des Gebäudes befindet sich in einem beklagenswerten Zustand“, lautete das bürgermeisterliche Resümee nach einer Besichtigung. Stoltmann will jetzt mit der Aktivregion über Zuschüsse zur Renovierung und Neugestaltung verhandeln.

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