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Mobilität in Flensburg : Großer Plan für weniger Autos

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt bringt den Masterplan Mobilität zum zweiten Mal nach 2014 auf den Weg.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2016 | 18:56 Uhr

Flensburg | Es ist ein Thema, das jeden Flensburger betrifft, weil jeder in irgendeiner Form mobil ist – ob als Fußgänger, Radfahrer, Bus-Passagier, Autofahrer, ob in der Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit, ob am Steuer eines Lkw oder als Säugling im Kinderwagen. Und über kaum ein Thema wird so häufig und leidenschaftlich diskutiert wie über den Straßenverkehr: Zwei- oder Vierspurigkeit Kielseng, Radspuren auf der Fördestraße, Tempo 30, Kreisverkehr, Ampelschaltungen, Bushaltestellen.

Jetzt möchte die Stadt über die Vielfalt dieser Fragen und Themen einen Generalplan legen. Der Masterplan Mobilität soll 2017 fertig sein und bis 2030 festlegen, wie sich Verkehr und Mobilität in der Stadt entwickeln sollen. Und schon jetzt steht fest, in welche Richtung die Fahrt wohl gehen wird: weniger Autos in der Innenstadt, Vorrang für den Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und Busverkehr. Am kommenden Dienstag soll der Umwelt- und Planungsausschuss den Masterplan Mobilität auf den Weg bringen.

Das Projekt hat einen gewissen Vorlauf im Rathaus. Die am Dienstag vorzustellende Projektskizze stammt aus der Abteilung Stadtentwicklung und wurde von Anja Starick erstellt. Doch schon knapp zwei Jahre vorher hatte der Oberbürgermeister diese Aufgabe schon mal vergeben. Im März 2014 wurde Maren Reimann, die zuvor abberufene Geschäftsführerin des Technischen Betriebszentrums, mit der Aufgabe betreut, einen Masterplan Mobilität zu erstellen. Vier Monate habe sie sich intensiv mit der Aufgabe befasst und ihre Ergebnisse sogar dem Verkehrsforum vorgestellt, sagte Maren Reimann, die seit 1. Dezember 2015 Technische Betriebsleiterin der Entsorgungsbetriebe Göttingen ist.

Doch nach vier Monaten Arbeit wurde Reimann von der Aufgabe abgezogen; sie wurde anschließend im für die Stadt besonders wichtigen Bereich Demografie eingesetzt, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Die Arbeitsergebnisse Maren Reimanns seien in die von Anja Starick fortgesetzte Arbeit „eingeflossen“, so Teschendorf. Warum Maren Reimann ihre Arbeit am Masterplan nicht fortsetzen konnte, vermochte er nicht zu sagen. Ohne die aktuelle Projektskizze genau zu kennen, gab Maren Reimann ihren Eindruck wieder, dass sie nicht viel von ihren Arbeitsergebnissen enthalte.

Der neue Masterplan Mobilität ersetzt das Verkehrskonzept 90, das damals stark auf den Bau der Osttangente fokussiert war und eine anschließende Entlastung der Innenstadt-Straßen samt Rückbau vorsah. Der wurde jedoch gerade beim Beispiel Kielseng von der Politik abgelehnt.

Im neuen Verkehrsplan werden die Klimaschutzziele ein besonderes Gewicht erhalten. So soll der Anteil des Autoverkehrs von 55 Prozent (2010) auf 36 Prozent 2050 reduziert, der des Fahrradverkehrs im gleichen Zeitraum von 19 auf 25 Prozent erhöht werden. Ein weiterer Punkt ist die „besondere Förderung der Nahmobilität und der Verkehrsmittel im sogenannten Umweltverbund mit besonderem planerischen Nachholbedarf für den Fußverkehr“; auch neue Mobilitätsformen und Mobilitätsangebote einschließlich E-Mobilität sollen besonders berücksichtigt werden. Eine „Veränderung des Verkehrsverhaltens“ ist ein explizit genanntes Ziel des neuen Masterplans. Ganz wichtig: „Erarbeitet wird der Masterplan Mobilität durchgängig in einem Wechselspiel aus einer experten- und akteursbasierten sowie aus einer öffentlichkeitsorientierten Vorgehensweise. Öffentlichkeit meint die breite Öffentlichkeit, also alle Flensburgerinnen und Flensburger.“

Den eigentlichen Masterplan sollen zumindest teilweise externe Unternehmen erstellen; er soll Ende 2017 vom Rat verabschiedet werden. Die Kosten dafür könnten bis zu 200  000 Euro betragen, eine Förderung ist jedoch möglich.

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