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Plop-Alarm in Flensburg : Großeinsatz nach Ammoniak-Austritt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Brauerei: Leck in der Kühlanlage erforderte Evakuierung und Stopp der Produktion

shz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 05:58 Uhr

Alles sah zunächst nach einem Routineeinsatz aus, als gegen vier Uhr am gestern morgen die Brandmeldeanlage der Flensburger Brauerei auslöste. Wenige Minuten später entwickelte sich daraus jedoch ein großer Gefahrguteinsatz. Durch ein Leck in der Kälteanlage war Ammoniak ausgetreten; die Brauerei wurde evakuiert, die Produktion gestoppt.

Ein paar Stunden später, gegen Mittag, konnte eine erste Bilanz gezogen werden. „Das Ganze ist sehr, sehr glimpflich abgelaufen“, sagte Ulrich Beuth, bei der Brauerei für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Das Wichtigste: Niemand wurde verletzt.

Der Löschzug der Berufsfeuerwehr hatte es nicht weit: Die Brauerei liegt nur einen Steinwurf von der Hauptwache entfernt. Am Einsatzort stellten die Retter ein lautes Zischen aus einem komplett vernebelten Technikraum fest. Schnell war klar, dass es sich um austretendes Ammoniak aus der Kälteanlage handelte. Daraufhin wurde umgehend Großalarm für insgesamt sechs Freiwillige Feuerwehren der Stadt sowie die dienstfreien Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr alarmiert – immerhin ist Ammoniak ein giftiges Gas. Die rund 20 aktiven Mitarbeiter der Produktion – die Abfüllung läuft auch nachts, so Beuth – wurden umgehend aus dem Gebäude evakuiert. Sie blieben unverletzt.

Mit Chemikalienschutzanzügen und unter Atemschutz gingen die Einsatzkräfte dann an die Arbeit. Vermutlich war es durch einen Defekt am Ventil eines Kompressors zu dem Austritt des Ammoniaks gekommen, das als Kältemittel genutzt wird. Die Leckage konnte durch die Feuerwehr und einen Techniker der Brauerei abgedichtet werden. Laut Einsatzleiter Sven Hansen ist nur eine geringe Menge des Gases ausgetreten. Im Umfeld der Brauerei wurden Messungen der Umgebungsluft durchgeführt. Diese ergaben nach Auskunft der Einsatzkräfte jedoch keine erhöhte Ammoniak-Konzentration in der Luft, sodass für die Bevölkerung keine Gefahr bestanden habe. Die Straße Munketoft war während der Arbeiten der Feuerwehr zwischen Bahnhofstraße und Schleswiger Straße voll gesperrt.

Die Kühlung ist für den Brauprozess erforderlich; zwischenzeitlich wird das Bier bei drei bis vier Grad gelagert. Inwieweit der Stopp der Produktion Auswirkungen auf die Lieferkapazitäten der Brauerei haben wird, werde geprüft, so Beuth: Die Abfüllung laufe derzeit auf jeden Fall weiter. Das Sicherheitskonzept der Brauerei habe fehlerfrei funktioniert; dennoch sei der nächtliche Zwischenfall „ärgerlich“.

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