Flensburg : Große Zustimmung zum Parkhaus am Zob

Bei Karstadt soll ein achtstöckiges Parkhaus entstehen.
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Bei Karstadt soll ein achtstöckiges Parkhaus entstehen.

Bedenken aus der Bevölkerung wurden bei der Planung des neuen Parkhauses am Zob bislang nicht berücksichtigt. Werden Fußgänger und Radfahrer benachteiligt?

shz.de von
08. Februar 2013, 08:22 Uhr

Flensburg | Kurz vor der Abstimmung erhöhte Chefplaner Peter Schroeders ganz sanft den Druck: "Wir haben den zeitlichen Korridor ausgereizt. Das Grundstück steht nicht dauerhaft zur Verfügung. Ein Nein würde eine hochgradige Gefährdung des Projekts bedeuten." Das wollte niemand, und am Ende stimmten alle bis auf Glenn Dierking (SSW), der sich enthielt, mit Ja für eines der bedeutendsten Innenstadt-Bauprojekte nach der Flensburg-Galerie. Für den Investor Hochtief Solutions ist der Weg frei für einen Bauantrag; der soll binnen 14 Tagen im Rathaus eingehen, sagte Hochtief-Sprecherin Gabriele Stegers. Baubeginn könne im Juli sein, man rechne mit einer Bauzeit von 18 Monaten.
Im Planungsausschuss, der am Dienstag das gemeindliche Einvernehmen für das Projekt erteilte, ging es noch einmal um die wunden Punkte: die Höhe und Massivität des achtstöckigen Neubaus, die Abwicklung des Verkehrs, die Verengung des Fußwegs vor dem Haus. Vor allem SSW-Mann Dierking warb für die Verringerung des geplanten Bauvolumens durch Ausgestaltung der beiden oberen Etagen als Staffelgeschosse und erinnerte an das Verfahren beim Bauvorhaben Kino/Hotel ein paar Häuser weiter: "Das wurde höher und höher", klagte Dierking, "ohne Sinn und Verstand."

Schroeders hingegen legte dar, dass der eigentliche Höhensprung beim Karstadt-Parkhaus weiter hinten im Gebäude bei den beiden Spindeln liege und deshalb von der Straße nicht wahrnehmbar sei. Er erinnerte daran, dass es hier nicht um Holm oder Große Straße, sondern um die "Stadtkante" gehe. "Wir organisieren hier den Rückraum der städtischen Funktionen." Das Parkhaus wird in etwa so hoch wie der Kino-Hotel-Komplex an der Ecke Nikolaistraße sein.
Man habe überlegt, die Richtung der An- und Abfahrt umzudrehen, erläuterte der Verkehrsgutachter. Das würde allerdings zu Staus an dem Rathausstraßen-Stück zwischen den beiden Ampeln führen. Man gehe davon aus, dass man eine Ampelphase von 25 Sekunden einrichten könne, in denen die Autos erst die Ampel am Europahaus und dann an der Zob-Kreuzung passieren könnten; man habe ermittelt, dass drei von vier Autofahrern hier rechts abbiegen.
Es habe eine Reihe von Bedenken aus der Öffentlichkeit gegeben, sagte Schroeders im Ausschuss. Einige davon beziehen sich auf eine mögliche Einengung des Fußwegs vor dem Parkhaus. Hier werde jedoch "aufgeräumt", erläuterte Arndt Kübler vom Investor Hochtief Solutions. Die Vitrinen kommen weg, ebenso die Fahrradständer und die wenigen Parallel-Parkplätze. Kübler sagte auch, dass man in einem separaten Raum 60 Fahrradstellplätze einrichten werde. Über Schließfächer, wie von den Grünen angeregt, denke man nach, werde sie aber eher in der Nähe des Kaufhauses aufstellen. "Alles, was jetzt kommt, ist besser als das, was da ist", fasste FDP-Vertreter Nielsen die verbreitete Stimmungslage zusammen.

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