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Exe in Flensburg : Große Sprünge am Containerdorf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Heute Nachmittag öffnet der Frühjahrsmarkt erstmals neben der Flüchtlingssiedlung – und musste auf kein Fahrgeschäft verzichten.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2016 | 23:45 Uhr

Wenn der Flensburger Frühjahrsmarkt am Karsamstag um 14.30 Uhr seine Tore öffnet, bleibt diesmal ein Zugang versperrt: Von der Straße Zur Exe/Ecke Katharinenstraße führt der Weg nur zu den 13 Wohncontainern des Flüchtlingsdorfs. Flensburgs Marktmeister Rene Lewing und die Schausteller wollten die knapp 300 Asylbewerber in den Containern so gut wie möglich vom Markt- und Fahrgeschäft verschonen. Deshalb hat Lewing auch darauf geachtet, dass in unmittelbarer Nähe der Unterkünfte nicht die Karussells mit den großen Vibrationen und Drehmomenten fahren, die sich direkt in die Containergehäuse fortpflanzen könnten. Und noch etwas hat Lewing mit den Schaustellern der 142 Fahr-, Show- und Schießgeschäfte besprochen: „Bei der Musik wird darauf geachtet, dass keine Stücke mit Hubschrauber oder Bombengeräuschen aufgelegt werden“, sagte Lewing.

Lewing und Flensburgs Flüchtlingskoordinatorin Anna Köhler haben die Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte darauf vorbereitet, was von Karsamstag bis zum 3. April neun Tage lang auf sie zukommt: „Die Stimmung unter den Bewohnern ist gemischt“, sagt Köhler. Es gebe junge Leute, die sich auf den Trubel freuen und gucken wollen, aber auch solche, die dem Rummel eher zurückhaltend und abwartend gegenüberstünden. Sicherheitshalber hat die Stadt auch das Sicherheitspersonal am Containerdorf aufgestockt.

Die Schausteller berichten, dass sie die Flüchtlinge bislang eher als interessiert und neugierig erlebt hätten. Ein Kollege sei auch schon im Container zum Kaffee gewesen. „Vielleicht sind wir sogar bundesweit ein gutes Beispiel für Integration“, hofft Lars Clausen, einer der Sprecher der Schausteller.

Großes Lob von allen Schaustellern geht an Marktmeister Lewing. Er hat das Kunststück vollbracht, auf drei Vierteln der Fläche alle 142 Fahr-, Verkaufs-, Spiel- und Imbissgeschäfte so unterzubringen, dass wie in den Vorjahren rund 700 Frontmeter Markt herauskommen. Dafür hat Lewing den großen Rundgang zu einer Art großem „L“ umgebaut: „Die Fahrgeschäfte rotieren sowieso. Wichtig ist, dass Imbissgeschäfte mit Stammkundschaft auch feste Plätze behalten“, sagt Frank Dörksen, der gebrannte Mandeln anbietet.

So müssen die Freunde von Autoscooter, Break Dancer, Flipper, Bungee, Geisterbahn & Co erstmal auf die Suche nach ihren Lieblingen machen. Allein das Riesenrad an der Nikolaiallee ist von weitem erkennbar, aber auch die große Schaukel eines niederländischen Schaustellers und die Riesenrutsche.

Dörksen, Clausen & Co. haben an den neun Tagen etliche Aktionen im Programm: Sonntags gibt es zwischen 14 und 18 Uhr noch ein Extra-Kinderprogramm mit Schminken, Ostermontag ab 21 Uhr zwei Stunden „Happy hour“ mit Aktionen, Donnerstag ist Familientag mit Rabatt und Mittwoch Oldie-Abend.

Annett Gellinger, Leiterin der Ordnungsverwaltung, hofft, dass die Autofahrer zwischen Schützenkuhle und Marienallee sich auf der ganzen Exe-Strecke an Tempo 30 halten. Während aller Jahrmarkttage (14 bis 23 Uhr) sei der Blitzwagen der Stadt im Einsatz, betont sie: „Es werden Geschwindigkeitskontrollen stattfinden.“

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