Maasholm : „Große Lustigkeit“ zum Geburtstag

Gute Stimmung bei der „Maasholmer Lustigkeit“ im Restaurant Schunta. Die Tanzfläche war immer voll.
Gute Stimmung bei der „Maasholmer Lustigkeit“ im Restaurant Schunta. Die Tanzfläche war immer voll.

Maasholmer Junge-Leute-Gilde feiert ihr 260-jähriges Bestehen mit ehemaligen Mitgliedern.

shz.de von
02. Januar 2018, 12:55 Uhr

Die „Maasholmer Lustigkeit“ ist als Veranstaltung der 1757 gegründeten Junge-Leute-Gilde zu Maasholm sicher das älteste Maasholmer Fest überhaupt. Es stammt noch aus der Zeit, als Maasholm ein Ort der Seefahrer und Fischer war. Bevor sich damals die Seefahrer Anfang des Jahres auf die große Reise begaben, sollten auf diese Weise die Chance bekommen, die Frau fürs Leben zu finden – der Anlass für die „Maasholmer Lustigkeit“. Und sie wird noch heute nach traditionellem Ritual zwischen Weihnachten und Neujahr mit den jungen Damen des Ortes gefeiert.
Auch in diesem Jahr lief alles nach traditioneller Überlieferung ab. Nur eine Änderung gab es gegenüber dem Vorjahr: 2017 stand bei der 1757 gegründeten Gilde das 260-jährige Bestehen an. Und jeweils alle fünf Jahre, so bestimmt es die Gildesatzung, ist eine „Große Maasholmer Lustigkeit“ zu feiern. Zu der sind die ehemaligen Gildebrüder eingeladen. Das wurde deutlich an der erhöhten Teilnehmerzahl im Gildelokal Restaurant Schunta.

Die Aktivitäten starteten in gewohnter Weise bereits am Nachmittag mit dem Umzug durch Maasholm. Dabei wurden die zuvor von den vorausgeschickten Nötigern eingeladenen 37 Damen von zu Hause abgeholt und zum Gildelokal geleitet. Dort waren für sie am Rande der Tanzfläche Stühle aufgebaut, auf denen sie Platz nahmen. Sie waren zum Warten verpflichtet, bis sie zum Tanz aufgefordert wurden. Und sie durften sich nur von den Herren zum Tanz auffordern lassen, die dazu ausgewählt waren. Die Ältermänner Malte Mischke und Christian Höper sowie die ehemaligen Gildebrüder Heinz-Heinrich Hoffmann und Thomas Mischke übernahmen es, die Herren für die jeweiligen Tänze auszusuchen, die sich dann in einer Reihe aufstellten und auf Kommando hintereinander über die Tanzfläche gingen, um sich ihre Tanzpartnerin auszusuchen.

Am Abend ging es für die Herren weiter mit dem Tagesordnungspunkt „Verlesen der Statuten“. Die Damen blieben derweil allein im Tanzsaal zurück. Sie durften tanzen, während sich die Herren eine Stunde lang überwiegend mit den Statuten und den richtigen Getränken befassten. Die Statuten wurden an die Anwesenden verteilt, und verlesen, sodass jeder Gildebruder über seine Rechte und Pflichten informiert war.

Anschließend startete der Abend wieder mit dem Reihentanz. Diesen zweiten Teil des Abends durften der älteste Teilnehmer, Jens Lass, und das Geburtstagskind Jan Dethlefsen mit ihren Damen mit einem Ehrentanz eröffnen. Zu später Stunde wurde die Verpflichtung zum Reihentanz aufgegeben. Jeder durfte mit jedem zu jeder Zeit tanzen, bis in den frühen Morgen. Ob jemand der Herren dabei die Frau seines Lebens gefunden hat, wurde nicht bekannt gegeben.


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