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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 03:04 Uhr

Grüne : Große Aufgabe Demokratie

vom

Grüne rücken Teilhabe, Kitas, Fahrradverkehr, Bildung und Wohnraum in den Mittelpunkt des Wahlkampfs.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 05:34 Uhr

Flensburg | Anders als beim Grünen-Parteitag kürzlich in Stuttgart herrscht unter den kommunalen Grünen Einigkeit. Das Spitzen-Trio aus Ellen Kittel-Wegner (Listenplatz 1), Stefan Thomsen (2) und Birte Lehmpfuhl (3) trägt gemeinsam die gleichrangigen Themen Kinderbetreuung, Bildung, Verkehr und bezahlbarer Wohnraum als wichtigste zusammen. Ellen Kittel-Wegner (47) weigert sich zwar, Prioritäten auszumachen. Demokratie aber als große Aufgabe steht dann doch an erster Stelle, habe sehr wohl mit der Kommune zu tun und bedarf eben da einiger Korrekturen.

Stichwort Teilhabe: "Kultur ist für alle da", gibt die Fraktionsvorsitzende nur ein Beispiel, nennt in diesem Kontext auch bezahlbaren Wohnraum. Birte Lehmpfuhl berichtet von einer Baustellen-Besichtigungstour mit dem Rad und mit den Grünen. Während derer diskutierten die Kommunalpolitiker über die Krux, dass zugleich viel gebaut werde und viel ungenutzt bleibe.

Stefan Thomsen empfindet die soziale Frage ebenfalls als "ganz großes Thema" und als ganz grün. "Wir erleben das Auseinanderdriften im Kommunalen jeden Tag", beobachtet der 58-jährige Diplom-Agraringenieur, der heute für eine Behinderten-Organisation beratend tätig ist. "Eine Gesellschaft ist nur dann stabil, wenn es allen gut geht", sagt er, wirbt für das "bedingungslose Grundeinkommen" als Mittel.

"Flensburg ist eine sehr liebenswerte Stadt, und ich will nicht, dass sich das ändert", sagt der Hesse, der zuletzt aus Rendsburg an die Förde gezogen ist. Wachstum solle nicht dazu führen, dass die Stadt ihr Gesicht verliere. Deshalb stellt auch Thomsen die zeitgemäße, viel zitierte Frage: Wie viel Wachstum verträgt die Stadt?

Die Gleichstellung haben die Grünen bereits vorangetrieben, sagt Ellen Kittel-Wegner, bezieht sich auf den Flensburger Kodex und freut sich auf eine spannende Zeit nach der Kommunalwahl. Dann nämlich müssen die Aufsichts- und Verwaltungsräte städtischer Tochterunternehmen zu gleicher Zahl mit Männern und Frauen besetzt werden, sagt die Grünen-Chefin, die an der Uni Flensburg die Abteilung Campus-Career leitet.

"Das Thema Kita brennt", nennt Kittel-Wegner als weitere Sorge. Um einen Platz zu ergattern, liefen die Eltern durch zehn Einrichtungen, meldeten sich zehn Mal an.

Der Europa-Campus ebenso wie das Fahrradverkehrskonzept stand schon im grünen Programm, klagt Kittel-Wegner die Urheberschaft ein. Der Oberbürgermeister habe für letzteres die passende Stelle geschaffen. Auch die Allgegenwart des Themas hält die Grüne für einen "großen Erfolg". Stefan Thomsen verlangt, das Radeln so attraktiv zu machen, dass die Leute von sich aus umsteigen. Als Mitglied im Planungsausschuss bedenke er den Fahrradverkehr bei jeder Maßnahme mit.

Mit ihren Schwerpunkten wollen die Grünen bei der Wahl vier Mandate erringen, sagt ihre Chefin, und halten sechs bis sieben für möglich.

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