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Gewerbeflächen : Grenzregion will große Firmen locken

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vier Kommunen wollen gemeinsam mit Apenrade für große Ansiedlungen aus Deutschland und Skandinavien interessant sein.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2015 | 15:30 Uhr

Flensburg | Vier Kommunen südlich der Grenze wollen mit einem neuen 100 Hektar großen Gewerbegebiet nahe der Autobahn 7 im Wettbewerb der Regionen um die großen Firmenansiedlungen mitmischen. Die Stadt Flensburg, die Nachbargemeinden Harrislee und Handewitt sowie das Amt Oeversee wollen sich zwischen Tarp und der deutsch-dänischen Grenze auf die Suche nach dem besten Standort dafür machen. Mit im Boot ist als fünfter Partner die Kommune Apenrade auf dänischer Seite. Begleitet wird das Projekt von der Beratungsfirma Cima und der regionalen Wirtschaftsförderung Wireg. In deren Technologiezentrum an der Lise-Meitner-Straße informierten Vertreter der beteiligten Kommunen gestern Abend ihre Rats- und Gemeindevertreter.

„Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Regionen entlang der A7 wie zum Beispiel Norderstedt oder Neumünster“, erklärte Flensburgs Chefplaner Peter Schroeders. Eine einzelne Kommune aus der deutsch-dänischen Region allein könne aktuell bedeutsamen Betrieben kein adäquates Angebot machen, erklärte er. Deshalb hält er den Kampf um die großen Fische für eine Gemeinschaftsaufgabe.

Dafür wollen die Kommunen einen gemeinsamen Zweckverband gründen und sich dann auf die Suche nach dem besten Standort machen. Der einzelne Standort müsse rund 100 Hektar umfassen, um am Markt eine Chance zu haben, berichtete Martin Hellriegel vom Beratungsunternehmen Cima. Als besonders aussichtsreiche Räume, in denen nun solche eine Fläche identifiziert werden soll, wurden in einer Cima-Analyse Flächen in der Gemeinde Tarp und in Handewitt ermittelt – sowie in Harrislee in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze aussichtsreiche Flächen, die bei der Entwicklung grenzüberschreitender Projekte von besonderem Interesse sein könnten. In Frage für solche großen Ansiedlungen kämen ohnehin nur solche Standorte entlang der Autobahn, bei denen man nicht noch durch drei Orte hindurchfahren müsse, sagte Uwe Mantik von Cima. Ohnehin seien die meisten Firmenanfragen und mehr als die Hälfte der Unternehmensansiedlungen der jüngsten Vergangenheit vom dänischen Markt gekommen.

Da wunderte es nicht, dass Jesper Kjærgård von der Kommune Apenrade zu Protokoll gab, dass man sich nördlich der Grenze sehr freue, am Projekt teilnehmen zu dürfen. Im Wettbewerb der Regionen sieht er den deutsch-dänischen Raum in Konkurrenz zur Region nördlich von Hamburg im Süden und mit dem Raum Kolding im Norden. Das neue Gewerbegebiet müsse Zugang zum Güterterminal Pattburg haben und zweisprachige Arbeitnehmer finden: „Wir wollen ein grenzüberschreitendes Gewerbegebiet haben“, erklärte er. Die deutsch-dänische Region sei definitiv in ganz Skandinavien zu vermarkten.

Als Leitbranchen, die angesprochen werden sollen, gelten Ernährungswirtschaft, Logistik, Gesundheitswirtschaft, Tourismus, Energie sowie die unternehmensnahen Dienstleistungen. Mit dem neuen gemeinsamen Angebot sollen künftig mehr als zuletzt 8,2 Hektar Gewerbefläche pro Jahr verkauft werden.

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