Stephan Kleinschmidt : Grenzland-Experte im Flensburger Rathaus

Aufsteiger: Stephan Kleinschmidt. Der Marketing-Experte und Grenzland-Kenner verstärkt die Flensburger Verwaltungsspitze.
Aufsteiger: Stephan Kleinschmidt. Der Marketing-Experte und Grenzland-Kenner verstärkt die Flensburger Verwaltungsspitze.

Stephan Kleinschmidt für Dezernentenposten im Rathaus ausgewählt

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27. Februar 2018, 06:41 Uhr

Ein Volltreffer ist der Findungskommission bei der Besetzung der Vierer-Spitze gelungen, von der künftig die Stadtverwaltung geleitet wird: Mit Stephan Kleinschmidt aus Sonderburg wird ein Kenner des Grenzlandes, ein Experte für die Minderheiten und ausgewiesener Marketing-Fachmann als neuer Dezernent ins Rathaus kommen. Den Fraktionen in der Flensburger Ratsversammlung wurde der Vorschlag der Findungskommission präsentiert, der am Dienstag im Flensburg-Zimmer des Rathaus vorgestellt wurde.

Er ist jetzt auf zwei Posten aktiv: In der Kieler Staatskanzlei kümmert er sich um die deutsch-dänischen Beziehungen und in seiner Heimatstadt Sonderburg ist er stellvertretender Bürgermeister im Ehrenamt.

Kleinschmidts künftiges Aufgabengebiet: Alle zentralen Entwicklungs- und Selbstverwaltungsaufgaben der Stadt sind in seinem „Dezernat für Projektkoordination, Dialog und Image“ zu finden – die Stadtentwicklung, der Fachbereich Bildung, Sport und Kultur mit praktisch allen wichtigen Neubauplanungen von Grundschulen, Kitas und Sportstätten.

Die Dezernentenrunde setzt sich weiter zusammen aus Bürgermeister Henning Brüggemann, zuständig für Finanzen und Immobilien-Management. Für den Bereich Zentrale Dienste, Sicherheit, Lebensqualität ist Maria-Theresia Schlütter zuständig. An der Spitze steht Oberbürgermeisterin Simone Lange.

Grenzüberschreitend hat sich Kleinschmidt unter anderem einen Namen als Initiator der Kandidatur Sonderburgs als Europäische Kulturhauptstadt 2017 gemacht. Das Konzept für die Bewerbung legte einen Schwerpunkt auf das Zusammenleben von Mehrheiten und Minderheiten in der Grenzregion, bezog Flensburg und sein Umland mit ein. In der Diskussion um die Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze hatte Stephan Kleinschmidt für deren Abschaffung plädiert: „Statt Kontrollhäuschen sollte man lieber Friedenseichen pflanzen.“

Unlängst trat Kleinschmidt erneut als Ideengeber eines Großprojekts auf: Zum 100-jährigen Jubiläum des deutsch-dänischen Grenzverlaufs 2020 hat er eine Gartenschau auf beiden Ufern der Förde vorgeschlagen.

Aus der deutschen Minderheit im dänischen Rinkenis stammend, ist Kleinschmidt seit je in beiden Sprachen und Kulturen der Region verankert. Beruflich war der Marketing-Experte lange in Diensten der einstigen Damp-Holding im Gesundheitswesen in Dänemark aktiv. Bevor er bereits zu den Zeiten von Ministerpräsident Torsten Albig in die Kieler Staatskanzlei wechselte, leitete Kleinschmidt ein Interreg-Projekt zur Profilierung des deutsch-dänischen Wirtschaftsraums.

Politisch machte der künftige Dezernent im Flensburger Rathaus Schlagzeilen, als er der Partei der deutschen Minderheit in Dänemark, der Schleswigschen Partei (SP), nach mehreren Wahlperioden Abwesenheit wieder einen Sitz im Stadtrat von Sonderburg bescherte. Mittlerweile haben sich die SP-Mandate dort auf fünf vervielfacht.

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