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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 11:02 Uhr

Flensburg : Grenzkaufmann Kay Uwe Jensen ist tot

vom

Im Alter von 71 Jahren starb einer der bekanntesten Flensburger an einem Krebsleiden.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2015 | 13:28 Uhr

Flensburg | Der weit über Schleswig-Holsteins Grenzen hinaus bekannte Geschäftsmann Kay Uwe Jensen ist nach Angaben dänischer Medien bereits am Donnerstag im Alter von 70 Jahren an einem Lungenkrebsleiden gestorben. Im großen Preisgefälle zwischen Dänemark und Deutschland hatte der Flensburger seine Geschäftsidee entdeckt: Mit Schnaps, Bier und Zigaretten zu deutschen Preisen lockte er dänische Kunden über die Grenze. Über Jahrzehnte betrieb er Zollfrei-Märkte in Flensburg und Umgebung. Er war das Gesicht des Grenzhandels.

Parallel dazu sanierte Jensen, der sein Startkapital mit Öl verdient hatte, in den 70-er Jahren die pittoreske Flensburger Altstadt rund um den Kayser’s Hof. In der Innenstadt unterhielt er einige Lokale und Nachtclubs. Leerstand, Finanzkrise und Sanierungsstau trieben ihn vor einigen Jahren jedoch in die Insolvenz.

Anfang 2014 ging das Drama um Kay Uwe Jensen durch die Medien Deutschlands. Ein psychisch kranker Sohn Jensens hätte ihn fast getötet. Der junge Mann schlug 20 Mal mit einem Stein auf den Kopf seines Vaters ein. Jensen überlebte mit lebengefährlichen Verletzungen.

Jensen, Sohn einer dänische Mutter, war in Dänemark und Schleswig-Holstein auch als der „Kaufmann mit dem faltigen Anzug“ bekannt. 1997 sorgte er für Aufsehen, als er in Kopenhagen eine riesige Antiquitätensammlung (in Dänemark „Flensburger Sammlung“ genannt), die er an der Schiffbrücke zusammengetragen hatte, für fünf Millionen Euro versteigern ließ.

Mehrere Überfälle auf Jensen sorgten für Schlagzeilen. In den Jahren 2003 und 2004 wurde er drei Mal in kurzer Zeit Raubopfer dänischer Krimineller, die der Rockergang Bandidos zugeordnet werden. 2003 zwangen ihn die Täter, seinen Tresor zu öffnen. Sie entkamen mit 250.000 Euro. Sieben Monate später wurden ihm in seinem Grenzladen 80.000 Euro gestohlen, die Jensen in einer Plastiktüte aufbewahrt hatte.

Der letzte Überfall verlief für die Räuber nicht so erfolgreich, weil Jensen den Tresorschlüssel nicht herausrückte. Die Täter entkamen mit 220 Euro aus Jensens Portemonnaie.

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