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Paukenschlag : Grenzfriedensbund entlässt Geschäftsführer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der ADS trennt sich fristlos vom langjährigen Geschäftsführer Ernst-Peter Rodewald und präsentiert Michaela Oesser als Nachfolgerin. Eine Begründung für die Entscheidung nannte der Vorstand nicht.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Der ADS-Grenzfriedensbund, großer Träger zahlreicher sozialer Einrichtungen im Landesteil, hat sich fristlos vom langjährigen Geschäftsführer Ernst-Peter Rodewald (54) getrennt. „Wir haben eine schwierige Entscheidung treffen müssen, mit sofortiger Wirkung, weil unser Verein sonst in ein schwieriges Fahrwasser gekommen wäre“, erklärte gestern der ADS-Vorsitzende, der frühere Innenminister Lothar Hay. Den Verwaltungsmitarbeitern des Grenzfriedensbundes am Marienkirchhof wurde gestern bereits die Nachfolgerin vorgestellt – die promovierte Biologin und Wissenschaftsmanagerin Michaela Oesser.

Die Entscheidung, sich vom Geschäftsführer nach 19 Jahren zu trennen, sei dem Vorstand nicht leicht gefallen, sagte Hay. Doch trage man Verantwortung für den Verein, der mit rund 500 Mitarbeitern im Landesteil ein Finanzvolumen von mehr als 18 Millionen Euro bewege, aber auch gegenüber den Kommunen und dem Land, das die Aufgaben des Vereins jährlich mit 725  000 Euro bezuschusse.

Eine Begründung für die Trennung nannten Hay und sein Vorstandskollege Sven Kleinschmidt gestern mit Verweis auf die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung weder gegenüber dem Tageblatt noch in einem Schreiben an die Mitglieder. Für die Mitarbeiter der mehr als 40 ADS-Einrichtungen komme der Wechsel sehr plötzlich, heißt es dort: „Der Vorstand hat seine Entscheidung – auch in diesem Tempo – einstimmig und wohlüberlegt getroffen. Dabei haben wir uns von dem Ziel leiten lassen, die Zukunft des ADS-Grenzfriedensbundes bestmöglich zu sichern.“

Offenbar macht die Vereinsführung ihren Geschäftsführer unter anderem für das unglückliche und wenig diplomatische Vorgehen beim Trägerwechsel der Kita Sophiesminde von ADS zur Stadt Flensburg im vergangenen Jahr verantwortlich sowie für die zunehmend schwierigere wirtschaftliche Lage des Sozialwerks.

Rodewald selbst wollte sich gestern zur Trennung mit Hinweis auf seine eingereichte Klage nicht inhaltlich äußern. Nur soviel sagte er: „Es war auch für mich überraschend, und fristlos war noch überraschender.“ Bevor er sich äußern könne, müsse er die offizielle Begründung der Kündigung abwarten. Ein Ereignis, das für die Kündigung verantwortlich gemacht werden könne, gebe es nicht.

FH-Professorin Michaela Oesser (56) hat bereits gestern die Vereinsgeschäfte übernommen. Sie bringt 17 Jahre Erfahrung als Innovationsberaterin bei der landesweiten Wirtschaftsförderung WTSH mit, hat zudem Erfahrung als Projektleiterin, Geschäftsführerin und Unternehmensberaterin. Oesser ist im Kappeln im Landesteil aufgewachsen, wohnt in Glücksburg, spricht Dänisch und gilt als gut vernetzt in der Kieler Politik und Ministerialverwaltung. „Für den ADS zu arbeiten heißt für mich, eine sinnstiftende Aufgabe zu haben“, wird sie in dem Mitarbeiterbrief zitiert. Sie werde alles daran setzen, die neue Aufgabe entsprechend auszufüllen. ADS-Vorstand Sven Kleinschmidt setzt mit dem Personalwechsel auf besseres Klima im Gespräch mit den meist öffentlichen Partnern: „Wir hoffen, den Weg mit ihr wieder neu zu öffnen.“

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