Grenzbahnhof an der Lilienthalstraße?

Faber erklärt: Der Oberbürgermeister (Mitte) bringt Stephan Kleinschmidt (links daneben) und andere dänische Politiker auf den neuesten Stand der Eisenbahnplanung.
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Faber erklärt: Der Oberbürgermeister (Mitte) bringt Stephan Kleinschmidt (links daneben) und andere dänische Politiker auf den neuesten Stand der Eisenbahnplanung.

Schweizer Gutachter prüfen mögliche Standorte: Reaktivierung der Linie nach Niebüll darstellbar

shz.de von
09. Juni 2015, 08:07 Uhr

Bekommt Flensburg einen neuen Fernbahnhof an der Lilienthalstraße oder gar bei Harrislee direkt südlich der Grenze? Wird die Bahnlinie nach Niebüll reaktiviert? Oder belässt man das Bahnnetz rund um Flensburg einfach so, wie es ist? Oberbürgermeister Simon Faber gab dänischen Politikern, die im Rathaus um einen Termin gebeten hatten, einen Zwischenstand in diesen wichtigen Fragen. Voraussichtlich im September wird die Schweizer Beraterfirma Gertz, Gutsche, Rümenapp ihr Gutachten zur Zukunft der deutsch-dänischen Bahninfrastruktur vorlegen.

Faber hatte die Politiker aus dem Nachbarland, die allesamt im Folketing-Wahlkampf sind, nicht im Rathaus, sondern an der Lilienthalstraße getroffen. Denn offenbar haben die Gutachter den Bahnhof Weiche als möglichen künftigen Fernbahnhof schon ausgeschlossen. Von der Brücke über die Bahnlinie nach Pattburg aus schauten der OB und seine Gäste auf den möglichen Standort eines künftigen Fernbahnhofs. Die Idee ist bekannt: Indem die Züge die Schleife durch Flensburg zum heutigen Bahnhof meiden, sparen sie auf dem Weg von Dänemark nach Hamburg wertvolle Minuten. Die andere Schleife, die langfristig vermeiden werden soll, ist jene in Rendsburg.

Im Gespräch ist auch ein deutsch-dänischer Grenzbahnhof als Ersatz für den nicht besonders modernen und kundenfreundlichen Bahnhof Pattburg. „Der ist auch nicht behindertengerecht“, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf. „Ein neuer Grenzbahnhof wird die gesamte südjütische Region stärken“, sagte Stephan Kleinschmidt, der sich um einen Platz im Folketing bewirbt. So ein Bahnhof werde nicht zuletzt die Reisezeit verkürzen.

Die Schweizer Gutachter, die sich, so Teschendorf, schon mit anderen grenzüberschreitenden Bahnsituationen befasst haben, schauen auch auf die brach liegenden Bahngleise zwischen Flensburg und Niebüll. „Da geht es um die Frage, ob eine Reaktivierung der alten Bahnlinie möglich ist“, so Teschendorf. Wie es aussehe, könnte das wirtschaftlich durchaus interessant werden, so der Stadtsprecher. Darauf laufe es jedenfalls derzeit hinaus.

Simon Faber hat Flensburg Bahnanbindung zur Chefsache gemacht und dabei vor allem die Rolle der Stadt auf einer schnelleren Fernverbindung zwischen Aarhus und Hamburg im Fokus. Ein neuer Fernbahnhof westlich der Stadt könnte die Fahrzeit zwischen diesen beiden Städten verkürzen, würde aber für Flensburger Bahnreisende bedeuten, dass man Fernzüge nicht mehr ohne Umsteigen zentral in der Stadt erreichen kann.

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