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Speicher Wanderup : Godewind starten ihre „Wiehnachtstour“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Tod von Larry Evers – Die Kultband von der Westküste begeisterte in Wanderup mit neuer Vielfalt.

Kann für Godewind auch ohne Larry Evers ein guter Wind wehen? Und ob! Das bewiesen die vier verbliebenen Band-Mitglieder bei ihrem Unplugged-Gastspiel im Speicher Wanderup. Frischer, vielfältiger und überraschender als vor einem Jahr präsentierte sich die Band kurz vor dem Start ihrer großen Weihnachts-Tour durch den Norden.

„Wir genießen diesen fast privaten Abend in Wanderup vor der Tournee immer sehr“, sagt Shanger Ohl nach dem Konzert. Der Friese ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Band, die seit 35 Jahren auf der Bühne steht. Noch länger hat das Nordlicht mit Larry Evers zusammen gespielt und gesungen.

Am 25. Mai starb der Geschichtenerzähler der Kultband an den Folgen eines Herzinfarktes. „Das war für uns ein großer Schock. Auch wenn es Larry schon länger schlecht ging, konnte ich bei den ersten Auftritten gar nicht fassen, dass ich ohne ihn auf der Bühne stehen sollte“, erinnert sich Shanger Ohl. Die Band nach dem Tod des Liedermachers mit der Mütze auflösen – solche Gedanken verwehte der Wind rasch. „Wir wollten Godewind nicht untergehen lassen“, sagt Sängerin Anja Bublitz. Das bedeutete, dass vieles anders werden musste. „Wir haben intensiv gearbeitet“, sagt mit Heiko Reese das jüngste Bandmitglied. Dabei wurden alle vier zu Geschichten-Erzählern, auch Sven Zimmermann, der mit trockenem Humor, auf kernig herzliche Weise mit volkstümlichen Liedgut und selbst komponierten Balladen seine Lebensgeschichte von der Geburt in Warnemünde bis zur Gegenwart an Schleswig-Holsteins Küsten erzählt.

Alle vier sind nun auch für die Schmunzelstücke zuständig, wie Heiko Reese mit dem Vergleich zwischen Menschen und den Swins. Frontfrau Anja Bublitz genießt sichtlich die neuen Töne und Klangfarben der Band – Rock, Rap, Soul, ja sogar „Always look on the bright side of life“ überraschen und begeistern das Publikum im Speicher.

Trotz frischer neuer Brise – Godewind bleibt Godewind, mit plattdeutschen Evergreens wie „Dat du min Leevsten büst“ oder „Moin“. Geblieben sind auch die wunderbaren Kompositionen, die dafür stehen, welches Glück es ist, im Norden, an den Küsten zu leben – zwischen Wind, Sand und Sternen. Oder Mythen und Magie wie die Stimmen von Rungholt oder die Liebe hoch im Wind. Melancholie, die nicht kalt lassen kann, singt sich Anja Bublitz mit dem Song „Man nannte sie Madame. Sie stand da, um wegzugehen – mit einsamen Matrosen“ aus der Seele.

Godewind hat sich auf einen beeindruckenden Törn gemacht. Den großen Verlust von Larry Evers haben die Bandmitglieder genutzt, um sich künstlerisch noch einmal ein großes Stück weiter zu entwickeln. Das gilt auch für die festliche Weihnachtstour, die am 27. November in Heide startet und am 23. Dezember in Husum endet.

Haben die vier denn Lust auf Wiehnacht? „Und wie, alle lieben diese Zeit, verbringen die Festtage zuhause. Es wäre wunderbar, wenn zu möglichst vielen Konzerten ein wenig Schnee sacht vom frostigen Himmel rieseln könnte“, sagt Anja Bublitz, die wie alle Bandmitglieder ordentlich Sitzfleisch im gemütlichen Speicher zeigt, in dem Godewind sich auch nächstes Jahr auf die große Weihnachtstour einstimmen wird. „Mit den kommenden Konzerten möchten wir schöne Momente und eine erholsame Auszeit vom für viele so hektischen Advents-Alltag bieten“, sagt Shanger Ohl. Das Publikum darf sich auf große Emotionen und ein hohes musikalisches Niveau freuen, weiterhin begleitet von einem guten Wind.



Alle Konzert-Termine der Godewind-Wiehnachtstour unter www.godewind.de
Alle Weihnachtskonzerte im Speicher unter www.speicher-wanderup.de
 

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