Husby : Gnadenhochzeitsfeier mit einem Dutzend Urenkeln

Seit 70 Jahren ein Ehepaar: Gertrud und Johannes Matzen.
Seit 70 Jahren ein Ehepaar: Gertrud und Johannes Matzen.

Gertrud und Johannes Matzen sind seit 70 Jahren verheiratet. Das seltene Fest der Gnadenhochzeit begehen sie mit ihren Kindern, einer großen Schar Enkeln und einem Dutzend Urenkelkindern.

Avatar_shz von
10. März 2019, 16:14 Uhr

Husby | Seit 70 Jahren unzertrennlich und ihre Gemeinsamkeit pflegen sie bis zum heutigen Tag: Gertrud und Johannes Matzen begehen heute das seltene Ehejubiläum der Gnadenhochzeit. „Es ist wirklich eine Gnade, dass wir so lange zusammen sind, und ohne Gottes Hilfe hätten wir das nicht geschafft“, sagt Johannes Matzen, der im August dieses Jahres 95 Jahre alt wird. „Wir sind für jeden Tag dankbar“, ergänzt seine Frau Gertrud (geb. Frank), die bereits im Januar ihren 95 Geburtstag feierte. Seit 2011 lebt das Paar in der Seniorenanlage in der Schulstraße. Vorher wohnten sie in Schörderup und Wippendorf.

„Fit wie ein Turnschuh“

Dass Gertrud Matzen seit 2018 die meiste Zeit auf den Rollstuhl angewiesen ist, macht ihr Mann Johannes wett. Niemand würde ihn auf sein tatsächliches Alter schätzen. „Fit wie ein Turnschuh“, sagt er. Die gemeinsame Zeit sei schnell vergangen, blickt auch Gertrud Matzen zurück. Die Jahre des Zweiten Weltkriegs und die entbehrungsreiche Folgezeit spielen wie für die meisten Menschen ihrer Generation Jahre eine starkte Rolle in ihren Erinnerungen.

Gertrud Matzen stammt aus der Landwirtsfamilie Frank in Schörderup, besuchte die Hauswirtschaftsschule in Glücksburg und arbeitete anschließend auf dem elterlichen Bauernhof. 1940 lernte sie Johannes kennen, zunächst eher „am Rande“. 1948 verlobten sich beide, ein Jahr später wurde Hochzeit gefeiert. Bis 1963 bewirtschaftete auch Johannes Matzen den Frank-Hof, der dann von Gertruds Bruder Christian als Hoferbe übernommen wurde. Johannes war danach bei der Firma G. Boysen (Wippendorfer Knochenmühle) beschäftigt, davon viele Jahre in leitender Position.

Detailreich und exakt geschrieben haben Gertrud und Johannes Matzen auf zwölf dichtbedruckten Seiten ihre Lebens- und Ehegeschichte festgehalten, die vorwiegend in der Region Ostangeln verankert ist. Von dort aus haben sie jedoch auch die Welt gesehen. Zunächst führte der Krieg Johannes Matzen in fremde Länder, später kamen durch seinen Beruf und Urlaube viele Auslandstouren des Paares hinzu.

Ausflüge in die nähere Umgebung

Heute bevorzugt das Paar Ausflüge in die nähere Umgebung. Im Nahbereich steuert Johannes Matzen gerne noch sein Auto. Bei gutem Wetter geht es dann zusammen mit Gertrud nach Langballigau oder Habernis, um frische Seeluft und Sonne zu tanken, was besonders ihr zugute kommt. Gelegentlich kochen die Beiden auch noch selbst. „Ich diktiere dann das Rezept und Johannes schwingt den Löffel“, lacht Gertrud.

Als weitere Abwechslung spielen die beiden in ihrer gemütlichen Wohnung Rummy Cup und Schikane. Gertrud allein beschäftigt sich fast täglich auch mit ihrem Legespiel Zahlen, die es zu kombinieren gilt, „Das hält den Kopf frisch“, sagt sie. Ihrem jahrelangen Hobby, Teppiche zu knüpfen, kann sie nicht mehr nachgehen. Johannes hat mehr als 70 Jahre lang im kirchlichen Posaunenchor Toestrup aktiv mitgespielt.

Fünf Kinder bekam das Ehepaar Matzen, zwei Jungen und drei Mädchen. Daraus resultiert eine große Schar Enkelkinder und einem Dutzend Urenkel. „Das dreizehnte Urenkelkind ist unterwegs“, freut sich Johannes Matzen. Zum Gnadenhochzeitsfest werden sie alle zusammentreffen.´

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen