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Wohnungen statt Grün in Flensburg : Gnadenfrist für Kleingärtner

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kontroverse Diskussion über Umgang mit Kolonien, aber vorerst keine Entscheidung zur Mumm’schen Koppel

Einige Schrebergärtner hatten dem guten Wetter zum Trotz ihre Scholle verlassen und waren ins Technische Rathaus an die Schützenkuhle gekommen. Hier sollte gestern im Umwelt- und Planungsausschuss über die Zukunft ihrer Kleingartenkolonie Mumm’sche Koppel zwischen Sandberg und Campus entschieden werden. Doch die Entscheidung wurde auf Antrag der Grünen vertagt; in zwei Wochen wird erneut beraten.

Doch ein Selbstgänger scheint dieses Projekt nicht zu werden. Zwar plädierte Peter Schroeders, Chef der Stadtplanung, noch einmal vehement dafür, dem Wunsch der privaten Eigentümer zu entsprechen und die Kolonie zu einem Wohngebiet mit 150 Wohnungen zu machen. „Das ist eine Gelegenheit!“, warb er. Damit entspräche man zudem einem immer wieder geäußerten Wunsch der Hochschulen, mehr Wohnungen in Campus-Nähe zu ermöglichen.

Natürlich habe der private Eigentümer keinen Rechtsanspruch auf ein Bauleitverfahren. Doch aus Schroeders Sicht ist es zumindest problematisch, in der Situation, in der die Stadt Flensburg derzeit ist, das Ansinnen der Eigentümer zu verneinen. Immerhin benötige die Stadt dringend Wohnraum.

Schroeders wies darauf hin, dass es zunächst nur um den Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplans gehe. Doch wohl keiner im Raum bezweifelte, dass – erst einmal aufgestellt – der Bebauungsplan und damit die Bebauung dann auch kommt.

Mit dem Beschluss der Vertagung schien die Diskussion beendet, doch sie flammte später noch einmal auf. Die Grünen hatten angeregt, die Erneuerung des Kleingartenkonzeptes zu beschleunigen. Jetzt nutzte SSW-Ratsherr Edgar Möller die Gelegenheit, die Pläne für die Mumm’sche Koppel abzulehnen. „Unsere Haltung ist: Grünflächen direkt vor der Tür müssen erhalten bleiben.“ Er bedauere, dass hier „schon wieder Fakten geschaffen werden sollen.“

Marc Paysen (WiF) äußerte ebenfalls Bauchschmerzen bei dem Projekt und wollte zudem genau wissen, was mit den angrenzenden Grünflächen geschehen soll. Pelle Hansen (Grüne) forderte Planungssicherheit für Kleingärtner: „Es kann nicht sein, dass die Kleingärtner immer denken müssen, mein Kleingarten ist der nächste!“ Und Jürgen Helm (SPD) äußerte Bedenken gegen den Kurs, alle Grünflächen durch Wohnbebauung zu ersetzen: „Auch eine wachsende Stadt hat Anspruch auf glückliche und zufriedene Menschen.“

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erstellt am 28.Jun.2017 | 05:59 Uhr

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