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Touristenbad : Glücksburger Fördeland-Therme bleibt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Fördeland-Therme wird in Eigenregie weiter betrieben – eine Schließung würde die Stadt jährlich rund 500.000 Euro mehr kosten.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Glücksburg | Ohne Touristenbad keine Touristen in Glücksburg – das wäre die bittere Realität im Fall einer Schließung der Fördeland-Therme. Doch das Thema ist erstmal vom Tisch. Das Freizeitbad soll weiterhin betrieben werden – in kommunaler Eigenregie. Seit der damalige Betreiber Uwe Deyle im Juni 2009 das Handtuch geworfen hat, trägt die Stadt das Bad allein und gleicht die jährlichen Verluste der Therme aus. Die angespannte Finanzsituation der Stadt, die in Zusammenhang mit den Verlustzuweisungen zu sehen ist, hat dazu geführt, dass die Genehmigung für den städtischen Haushalt für 2015 zunächst zurückgestellt wurde. Da der Haushalt auch in den vergangenen Jahren nur mit Bedenken durch den Kreis genehmigt wurde, wurden drei Möglichkeiten für die Zukunft der Fördeland-Therme unter die Lupe genommen: Deren Schließung, Fortführung sowie die Unterstützung durch Mitfinanzierer oder neue Eigentümer. Die letzte Lösung kam nicht in Frage, denn die zwei möglichen Betreiber, die Angebote abgegeben hatten, waren nicht bereit dazu, das wirtschaftliche Risiko des Bads zu übernehmen.

In der Kritk steht, dass mit der Fördeland-Therme und dem Flensburger Campusbad es gleich zwei kostenträchtige Freizeitbäder in der Region angeboten werden. Die Kosten der Thermen lassen sich leicht auflisten. Doch die Bäder haben auch einen Nutzen für die Stadt, der sich nicht so leicht beziffern lässt. Sport und Wellness locken Besucher an, die ihr Geld in der Region ausgeben, und bieten auch den Glücksburgern eine höhere Lebensqualität und Gesundheit. 

So blieben also nur noch die Schließung oder die Weiterführung. Dass die Therme letztlich weiterhin in Eigenregie finanziert wird, ist dem Sachverhalt geschuldet, dass diese Lösung günstiger ist, als den Stöpsel zu ziehen – zumindest bis einschließlich 2022. Bei einer Schließung müsste die Stadt im nächsten Jahr mit einer Gesamtbelastung von rund 1,3 Millionen Euro rechnen, während der Weiterbetrieb Kosten in Höhe von 658.000 Euro verursachen würde. In den 1,3 Millionen sind die Rückzahlung von Zuschüssen an das Wirtschaftsministerium des Landes über rund 500.000 Euro sowie die Ausgleichszahlung an den Kreis über 120.000 Euro enthalten. Das Land hatte den Bau der Therme mit 7,1 Millionen Euro gefördert. Harald Danzer (SPD) erklärt: „Es gibt kaum Thermen, die wirtschaftlich betrieben werden können.“

Was eine Schließung neben den Kosten für die Stadt bedeuten würde, ist den Mitgliedern der Stadtvertretung klar. „Als Kurort braucht Glücksburg ein Bad“, sagt Danzer. Auch die Vertreter von SSW, LWL und den Grünen befürchten, dass Touristen den Ort an der Flensburger Förde meiden, wenn es dort kein Freizeitbad mehr gibt und damit eine Schlechtwetter-Alternative fehlt. Nicht nur für Touristen, sondern auch für die Einwohner hat das Freizeitbad eine große Bedeutung. „Der Vereinssport würde wegbrechen“, beschreibt Timo Petersen, Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Glücksburg, eine mögliche Folge.

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