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Stadtvertretung : Glücksburg fehlen Kita-Plätze

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

20 Kinder unter drei Jahren könnten nach den Sommerferien ohne einen Platz sein.

Glücksburg | Der Plan ist aufgegangen. Glücksburgs Politiker wollten mehr junge Familien im Ort ansiedeln. Neubaugebiete wie Groß- und Klein-Bremsberg wurden geschaffen. Bürgermeisterin Kristina Franke sagt heute: „Unsere Einwohnerzahl steigt kontinuierlich. Derzeit haben wir gut über 6000 Einwohner.“ Dem demografischen Wandel zum Trotz seien darunter viele Kinder.

Die kleinsten dieser Kinder stellen die Stadt gerade vor eine neue Aufgabe. Es fehlt an Kindergartenplätzen für die unter Dreijährigen. 20 Kinder unter drei Jahren, so die genannte Zahl auf der letzten Stadtvertreter-Sitzung, könnten nach den Sommerferien ohne einen Platz sein. Das Dilemma: Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, für Kinder bis zum Schulalter einen Kindergartenplatz bereitzustellen. Der Anspruch besteht bereits für Kinder im Alter von einem Jahr. Kommt die Stadt der Anforderung nicht nach, muss sie den Eltern Gehaltsausfall oder anderweitige Betreuung zahlen.

Die Stadt hat vier Kindergärten. Alle melden lange Wartelisten für unter Dreijährige – und können keine neuen Plätze schaffen. Raum- und Personalsituation geben es nicht her. Hinzu kommt, dass die Gruppen für unter Dreijährige auf zehn Kinder begrenzt sind. Sie benötigen mehr Platz und Personal als ältere Kinder.

Nur der evangelische Kindergarten bot bereits im November eine Lösung an. Man könnte im Stammhaus an der Petersenallee Platz für die Kleinen machen. Eine Gruppe mit älteren Kindern würde dann ein „Außenprojekt“ starten und viel im Wald sein. Bei schlechter Witterung könnte die Gruppe einen Raum in der Grundschule nutzen. „Wir arbeiten sehr gut mit der Schule zusammen“, sagt Ihnes Erichsen, Leiterin des evangelischen Kindergartens.

Für die Umsetzung dieser Lösung braucht der Träger, das evangelische Kita-Werk in Flensburg, allerdings die Zustimmung der Stadt. Gestern Mittag hatte der Leiter des evangelischen Kita-Werks in Flensburg, Gerd Nielsen, die Zustimmung der Stadt Glücksburg vorliegen. Jetzt kann er zwei neue Stellen ausschreiben. So viele benötigt der Träger zusätzlich für die Umsetzung des Projektes.

Auf der letzten Sitzung der Stadtvertreter in dieser Woche hätte die Zustimmung nur per Eilantrag gegeben werden können, denn der Punkt stand nicht auf der Tagesordnung. Für einen Eilantrag waren nicht genug Stadtvertreter für die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit anwesend. Nach hitziger Diskussion entstand der Plan, eine Sonderumfrage unter den Stadtvertretern durchzuführen. Bis zum Morgen des übernächsten Tages äußerten die 22 Stadtvertreter „breite Zustimmung“, so Franke.

Ihnes Erichsen betont, dass die Projektgruppe keine Notlösung sei, sondern ein schon lang gehegter Wunsch ihres Hauses. Natürlich müsste alles mit Eltern und Kindern abgestimmt werden. Daher ist sie unglücklich über den knappen verbleibenden Zeitraum bis zur Umsetzung. Das Kindergartenjahr startet am 1. August. Auch Gerd Nielsen sagte, dass der verbleibende Zeitraum „ganz eng“ sei. Außerdem könne der evangelische Kindergarten in Glücksburg nicht allen unter Dreijährigen aus Glücksburg einen Platz bieten. Die Anmietung von Räumen in einem leer stehenden Gebäude an der Gildestraße 6 seien im Gespräch, so Franke. Aber bis zur Umsetzung dauert es hier noch ungewisse Zeit.

Die Stadtvertreter stimmten außerdem dem Nachtragshaushaltsplan für 2017 zu. Durch die Anhebung der Grundsteuer B von 480 auf 700 Prozent nimmt die Stadt in diesem Jahr 602.100 Euro mehr ein. Der Fehlbetrag verringert sich dadurch von vorgesehenen 764  400 Euro auf 339  300 Euro. Pro Kindergartenplatz zahlt die Stadt im Schnitt rund 4100 Euro. Gegenüber 2015 ist dies ein Anstieg um 165 Prozent, so Stadtvertreter Burkhard Repenning. Die Beiträge der Eltern wurden angehoben. Maximal 37 Euro zahlen Eltern pro Monat künftig mehr als im Jahr 2015.

Die Grundschule am Kegelberg wird sich in Grundschule Glücksburg umbenennen. Der Name sei eingängiger, sagte Schulleiterin Meike Thiermann. Mit dem Namen Kegelberg würden nicht mal die ortsansässigen Kinder etwas verbinden.



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