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Glücksburg: CDU bleibt stärkste Fraktion, Grüne holen dritten Sitz

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erstellt am 27.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Glücksburg | Mit drei zusätzlichen Stühlen müssen die Mitarbeiter des Rathauses den Sitzungssaal bestücken, wenn Glücksburgs Stadtvertreter künftig tagen. Statt der bisherigen 19 Plätze sind es in dieser Legislaturperiode 22 Sitze. "Da reicht ja der Sitzungssaal nicht mehr", ist die spontane Reaktion von Wahlleiterin Gesa Jürgens.

Die CDU behauptet ihre Vormachtstellung. Alle zehn Kandidaten schafften den direkten Einzug in die Stadtvertretung. "Mit einem solch guten Ergebnis hätten wir nicht gerechnet", sagte Ortsverbandsvorsitzender Timo Petersen (CDU), noch bevor das Endergebnis feststand. Selbst die Kandidaten im SPD-lastigen Wahlkreis Rudehalle hätten sie durchbekommen. Der stellvertretende Bürgermeister mit Ambitionen auf das Bürgermeisteramt versteht das Ergebnis auch als eine persönliche Bestätigung. Gestern Abend hat der Berufsschullehrer seine Bewerbung für das künftig hauptamtliche Bürgermeisteramt in der Partei offiziell bekannt gemacht.

Nach dem neu angewendeten Zählverfahren von Sainte-Lague und Schepers beschert das Gesamtergebnis den Konservativen acht Plätze, erklärt Gesa Jürgens. Dank der zehn gewählten Direktkandidaten kommen zwei Überhangmandate hinzu, und so behalten die Christdemokraten zehn Plätze in der Stadtvertretung. Die SPD kann sich über ein Ausgleichsmandat und damit fünf Sitze freuen. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Michael Schulz war enttäuscht über das knappe Scheitern des eigenen Kandidaten im Wahlkreis Rudehalle. "Aber unser Ziel der fünf Sitze haben wir wohl wieder erreicht." Bündnis 90/Die Grünen haben einen Sitz hinzugewonnen und sind in der nächsten Stadtvertretung zu dritt. Ilka Brück guckte dementsprechend fröhlich in die Runde aus Parteianhängern, die im Rathaus die Ergebnisse erwartete.

Der SSW behält seine drei Sitze. Ein besseres Ergebnis konnte es gar nicht werden, sagte Spitzenkandidat Marcus Dechange. "Der SSW ist auf Landesebene in der Verantwortung. Wir profitieren also nicht von Protestwählern", erklärt der Politik -Neuling. "2008 war einfach eine sehr gute Wahl für uns", fügte André Pastorff hinzu. Die LWL um Burkhard Repenning hat ihren Sitz behalten.

Auf die auslaufende Legislaturperiode blickend sagte Dagmar Jonas (CDU): "Wir Politiker sind ja noch mal zur Hochform aufgelaufen. Alles in allem war es aufregend und spannend." Das schwerwiegendste Ereignis ist für die Vorsitzende der Stadtvertretung der Wechsel des Flottenkommandos von Glücksburg nach Rostock. "Ich finde es unvorstellbar, dass eine solche Führungsebene weggeht."

Stadtrat und Glücksburgbeauftragter John Witt beurteilt die vergangenen fünf Jahre - trotzt wiederholter Meinungsverschiedenheiten mit den Stadtvertretern und von ihnen mehrfach öffentlich geübter Kritik - als positiv. "Wir haben viel geschafft", sagte er und zählt Vorhaben wie den Ausbau der zwei Kindertagesstätten mit Blick auf die U3-Betreuung, die Erschließung mehrerer Baugebiete und den Ausbau der Strandpromenade auf. Überhaupt hätten sie die Stadtentwicklung vorangetrieben und Förderprojekte nach Glücksburg geholt. Der Neubau von Rathaus und Schinderdam sei ein Leitprojekt der Stadtentwicklung. Sein Fazit: "Es war eine erfolgreiche Zeit."

Die konstituierende Sitzung der neuen Stadtvertretung ist am 18. Juni. Dann bestimmen die neu gewählten Volksvertreter unter anderem ihren Vorsitzenden. Er wird bis zum Ende des Jahres als ehrenamtlicher Bürgermeister tätig sein. Die Glücksburger hatten sich im vergangenen Jahr für einen hauptamtlichen Verwaltungschef ausgesprochen. Der wird parallel zur Bundestagswahl im September gewählt werden und sein Amt 2014 antreten. Er oder sie folgt auf Stadtrat John Witt. Als ehrenamtliche Bürgermeisterin würde Dagmar Jonas bis zum Jahresende durchaus weitermachen. Jonas: "Das hängt natürlich von den Mehrheitsverhältnissen in der neu gewählten Stadtvertretung ab."

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