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Marita Sydow Hamann : Globetrotterin mit Faible für Fantasy

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die ehemalige Flensburger Studentin Marita Sydow Hamann erzählt heute bei Frank Elstner über ihr neues Leben als Schriftstellerin in Schweden.

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Flensburg | Eine Geschichte wie die von Marita Sydow Hamann gehört eigentlich als Stoff in Bücher. Stattdessen schreibt sie selbst welche. Das war so nicht geplant, aber schon immer ein Traum, erinnert sich die 42-Jährige. Geboren ist sie im norwegischen Ålesund. Zwischen den Umzug mit fünf in die Nähe von Lüneburg und das Studium an der damaligen Pädagogischen Hochschule in Flensburg passen auch noch die Stationen Norwegen, Österreich, Gran Canaria und das Abi in Geesthacht. Seit 2000 lebt die Schriftstellerin mit ihrem Mann, einem Hund, zwei Katzen und zwei Pferden auf einem kleinen Hof im „Pippilangstrumpfland“, wie sie es nennt, in Småland.

Genauso lange wie Marita Sydow Hamann in Schweden ist, moderiert Frank Elstner die wöchentliche Talkshow „Menschen der Woche“ (im SWR). Für den Fernseh-Dino ist Marita Sydow Hamann ein solcher Mensch dieser Woche. Heute Abend berichtet sie in seiner Sendung über ihre Bücher, ihr Leben und erzählt, inwiefern sie Flensburg verbunden ist.

Hier habe sie ihr Studium auf Lehramt für Grund- und Hauptschulen begonnen. „Nachdem ich ein paar Praktika mehr als nötig gemacht hatte, beschloss ich, dass ich bei dem deutschen Schulsystem nicht Lehrerin sein wollte und brach mein Studium nach sechs Semestern ab.“ Unterrichtet habe sie trotzdem, darunter Norwegisch an der VHS oder Deutsch in Schweden – und gern. Am Schulsystem in Deutschland missfallen ihr die „unzureichende Unterstützung bei Kindern mit Lernproblemen, ein Lehrplan, der nicht an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft angepasst ist“ und die zeitige „Zwängung“ der Schüler in eine Schulart.

Das Studentenleben aber hat Sydow Hamann genossen: „Ich war viel an der Förde, habe mit Studienfreunden Butterfahrten gemacht und wie typische Studenten gefeiert.“ Sie entsinnt sich der im Winter „vereisten Straßen, die man kaum hoch oder runter kam, ohne sich die Haxen zu brechen. Mit dem Auto war es schlicht unmöglich, den Berg hinauf zur Hochschule zu gelangen.“ Sie sei damals aus Spaß einen Trabbi gefahren. „Den habe ich am Morgen nicht nur einmal quer in der Parklücke gefunden.“ Und noch etwas ist haften geblieben: „Meine selbst angebrachte Kühlerfigur – einen nackten Mann – hat mir jemand entwendet. Der gefiel wohl nicht nur mir.“

Nach dem Abbruch des Studiums habe sie mit ihrem Bruder zusammen die Autoverwertung ihres Vaters übernommen und zwei Jahre an Autos herumgeschraubt – nebenbei unterrichtet und eine Heilpraktikerausbildung begonnen. Den Beruf gab es so in Schweden nicht, als sie 2000 auswanderte, und arbeitete erneut pädagogisch. Als – in Schweden ausgebildete – persönliche Assistentin für Menschen mit Behinderungen traf sie auf eine junge Frau, die sie betreute. Bei Jolene habe sie an ihrem ersten Band der heute erfolgreichen Trilogie „Die Erben der alten Zeit – Das Amulett“ geschrieben. Ihr ist das erste Buch des Drillings gewidmet, dessen Veröffentlichung sie nicht mehr erlebte: Jolene verstarb 2009.

Mit der an Multipler Sklerose erkrankten Frau habe sie über Bücher und Ideen diskutiert. Die Vorstellung einer rosa Blüte, in deren Mitte ein Diamant ruht, stammt zum Beispiel von Jolene. „Ich baute ihre Idee dieser bezaubernd schönen Seerose zu den ’Nornen der Zeit’ aus, die in der Trilogie eine entscheidende Rolle spielen“, erklärt Sydow Hamann.

Die Protagonistin der Geschichte ist Charlotta Johansson, genannt Charlie, ein Waisenkind. Das Auftauchen des Mädchens ist mysteriös. Charlie hat ihre Pflegefamilien satt, stiehlt ihre Akte und findet darin einen weißen Stein mit blutroten Linien. Auf ihrer Suche nach ihren wahren Eltern wird das Findelkind plötzlich von Nebel umgeben und findet sich in einer Welt der Fabelwesen, Magie und mittelalterlichen Lebensweise wieder.

Nach Auskunft des Verlags „Grassroots Edition“ seien die zunächst selbst als E-Book verlegten Fantasy-Bände „wie eine Bombe“ eingeschlagen. Inzwischen ist die Trilogie auch als Hardcover erhältlich. Wie es mit ihrem Traum vom Bücherschreiben weitergeht, wird Marita Sydow Hamann heute bei Frank Elstner verraten.

 

„Menschen der Woche“ wird vom SWR aus dem alten Elektrizitätswerk in Baden-Baden heute,6. Juni, ab 21.50 Uhr gesendet – in Flensburg über Satellit und Kabel verfügbar. http://www.swrfernsehen.de

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