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Zum Weltwassertag : Glimmerton sorgt für bestes Wasser

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadtwerke fördern mit zwei Wasserwerken qualitativ hochwertiges Trinkwasser. Der Wasserbedarf nimmt seit 1980 ab.

shz.de von
erstellt am 22.Mär.2016 | 14:30 Uhr

Flensburg | Zähneputzen, Kaffee kochen oder Geschirr spülen: Nichts geht ohne Wasser. Und weil das so ist, wird das Lebensmittel Nummer 1 am heutigen Weltwassertag unter die Lupe genommen. Die Stadtwerke Flensburg versorgen die Einwohner der Stadt stets mit Trinkwasser von höchster Qualität. „Von der Geologie her haben wir eine günstige Situation in Flensburg“, erklärt Gerold Kraschon, Leiter Labor/Wasserwerke. An der Erdoberfläche sind Ablagerungen aus den Eiszeiten. Darunter befinden sich Braunkohlesande, die von Glimmerton überlagert werden. Bis zu 300 Meter tief sind diese Schichten. Der Glimmerton bildet die Deckschicht des Hauptgrundwasserleiters und schützt das Grundwasser im Förderbereich. „Dadurch gelangen keine Düngemittel und ähnliches ins Grundwasser, was die sehr gute Qualität des Trinkwassers garantiert“, sagt Kraschon. „Seit 1970 wurde es zudem nicht mehr gechlort“, fügt er hinzu. Das Flensburger Trinkwasser hat mit 1,5 Millimol/Liter einen weichen bis mittleren Härtebereich. Die Wasserqualität wird jährlich anhand von Proben im Labor untersucht.

Damit das frische Wasser in jedem Haushalt aus dem Hahn strömt, betreiben die Stadtwerke zwei Wasserwerke: „Ostseebad“ und „Flensburg Süd“. Das Wasserwerk „Ostseebad“ ist seit 1881 in Betrieb und fördert aus sieben Brunnen, die jeweils 100 bis 140 Meter tief liegen, reines Trinkwasser. Das Wasserwerk Süd besteht seit 1970 und hat vier Brunnen in 200 und 300 Metern Tiefe. Da der Druck dort wegen der Lage von 33 Metern über dem Meeresspiegel nicht ausreicht, um das Wasser nach oben zu treiben, fördern Unterwasserpumpen das Brunnenwasser aus einer Tiefe von 25 Metern nach oben. In beiden Werken wird das Grundwasser belüftet und gefiltert, bevor es seinen Weg durch das 295 Kilometer lange Rohrleitungssystem zum heimischen Wasserhahn nimmt. Die Brunnen der Wasserwerke fördern Kraschon zufolge pro Tag rund 27  500 Kubikmeter Wasser. In zwei Hochbehältern wird nicht genutztes Wasser gespeichert, um die Flensburger mit Wasser zu versorgen, wenn etwa der Strom einmal ausfällt, erzählt Carsten Clausen, Leiter Netzplanung.

Zusätzlich sorgen zwei Wassertürme dafür, dass der Wasserdruck konstant hoch gehalten wird. Ihre Wasservorräte dienen auch als Reserven für Spitzenverbräuche. Die Türme stehen im Volkspark in Fruerlund und an der Mühlenstraße im Westen und Osten auf den höchsten Punkten der Stadt, ihr Wasserspiegel liegt jeweils bei 77 Metern über Normalnull.

Der jährliche Wasserbedarf von 5,4 Millionen Kubikmetern (2015) wird zu 60 Prozent aus der Wasserwerk „Ostseebad“ und zu 40 Prozent aus dem Wasserwerk „Süd“ gedeckt. Der Bedarf hat Kraschon und Clausen zufolge in den vergangenen 30 Jahren abgenommen. „1980 hatten wir mit sieben Millionen Kubikmetern die höchste Wasserproduktion“, sagt Kraschon. 2000 waren es im Schnitt 5 Millionen Kubikmeter. Kraschon erzählt, dass viele Menschen sehr sparsam mit dem Wasserverbrauch umgehen. Dabei gebe es genug Wasser. Nur 70 Prozent des vorhandenen Wassers werde verbraucht. Dabei sei das Lebensmittel Nummer 1 mit 1,66 Euro für 1000 Liter sehr günstig. Wird das Wasser nicht verbraucht, hat das Nachteile für die Entsorgung. Dann muss es gespült werden, so Kraschon.

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