Gewerberaum ist knapp

O. Krüger
O. Krüger

Der Umgang mit der Ressource Fläche will gut überlegt sein

shz.de von
28. Juni 2014, 12:47 Uhr

Großflächige Gewerberäume sind Mangelware. Das sagen Vertreter der Wirtschaft und der Immobilienbranche. Objekte mit insgesamt 24 000 Quadratmetern sind derzeit zu vermieten. Dem Immobilienbericht 2013/2014 von der Wireg und Densch & Schmidt zufolge sind das 6 Prozent der Fläche aller Gewerbeimmobilien in der Stadt (396 000 m²). Die üblichen Größen liegen zwischen 80 und 250 m².

Auch bei den Gewerbeflächen ist der Spielraum begrenzt. „Wir werden 2025 das Ende der Fahnenstange erreicht haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern“, sagt Olaf Krüger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Wireg, die Flensburg Stadt und den Kreis Schleswig-Flensburg betreut. Die Wireg spricht derzeit von 217 Hektar Bedarf in Stadt und Kreis, Grundlage sind die Verkäufe der vergangenen zehn Jahre. „Es stehen uns rund 220 Hektar zur Verfügung.“ In der Stadt selbst sind es 18 Hektar.

Die Lösung für das Flächenproblem sieht der Wireg-Geschäftsführer in der interkommunalen Zusammenarbeit. Gemeinsam könnten Flensburg und angrenzende Gemeinden auf diese Weise Engpässen bei Fläche und Finanzierung begegnen.

Ein gutes Beispiel für solche Zweckverbände sei die Wirtschaftsentwicklungsgemeinschaft Flensburg-Handewitt, die seit 20 Jahren Gewerbeansiedlungen wie dem Skandinavian Park Platz einräumt. Der ist von der ursprünglichen Gesamtgröße von 47 Hektar deutlich geschrumpft. „Abzüglich der Verkäufe und Reservierungen stehen uns dort noch 4 Hektar zur Verfügung“, sagt Krüger. Die Stadt hat ihren Blick bereits schweifen lassen und umliegende 40 Hektar als mögliche Erweiterungsoption entdeckt. Doch noch ist das Wunschdenken.

Für kleinere Firmen bietet Wees mit den Städten Glücksburg und Flensburg zusammen Gewerbefläche an. Dort sei Wachstum noch möglich. Allerdings insofern eingeschränkt, weil das Gebiet öffentlich gefördert worden ist – und damit die Ansiedlung von regional arbeitenden Handwerksbetrieben ausgeschlossen ist. Die geltenden Richtlinien sähen nur die Förderung von überregional agierenden Betrieben vor, erklärt der Betriebswirt: „Die Handwerksbetriebe fallen da oft durchs Raster.“

Interesse am Standort Flensburg bekunden die IT-Branche und andere unternehmensnahe Dienstleister wie Steuerberater und Anwaltskanzleien. Die legen nach Aussage von Oliver Densch, Geschäftsführer des Immobilienhändlers, Wert auf eine gute technische Ausstattung und das sei künftig die Glasfaseranbindung des einzelnen Computers. In Flensburgs Gewerbegebieten ist Glasfaseranbindung bis zum Gebäude möglich. Da müsse nachgebessert werden, fordert Densch.

Ebenso stark beschäftigt Olaf Krüger die Verkehrsanbindung. „Die Situation für Straßen- und Schienenverkehr muss in den nächsten sechs Jahren verbessert werden, und zwar in Zusammenarbeit mit den skandinavischen Ländern“, sagt Krüger. Doch auch regional bestehe Verbesserungsbedarf. „Die Ortsumgehung B 199 / Handewitt ist elementar. Es ist wichtig, dass es da weitergeht.“

Für Krüger ist der Umgang mit der Ressource Fläche das bestimmende Thema der kommenden Jahre. Deshalb sind in den Gewerbegebieten bereits alle angesiedelten Betriebe erfasst, alle Arbeitsplätze registriert und die Brachflächen gelistet worden. „Wir wollen einen Gewerbeimmobilienreport für die gesamte Region erstellen“, ist konsequenterweise eines der Ziele, das Krüger und seine Mitarbeiter vor dem Hintergrund des Wachstums anstreben.

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