Kreishandwerkerschaft : Geschulte Köpfe für die Ausbildung

Auszubildende und Ausbilder sind vom Projekt „Berufsstart Bau“ überzeugt: Marvin Vogt, Pascal Hadrich, Torben Lüth, Marcel Granitza, Leif Hansen, Torben Hansen und Holger Meyer (v.l.).
Auszubildende und Ausbilder sind vom Projekt „Berufsstart Bau“ überzeugt: Marvin Vogt, Pascal Hadrich, Torben Lüth, Marcel Granitza, Leif Hansen, Torben Hansen und Holger Meyer (v.l.).

Das Projekt „Berufsstart Bau“ bietet Jugendlichen unter 25 Jahren seit einem Jahr eine Perspektive. Der Abschluss eines Langzeitpraktikums erleichtert den jungen Leuten den Einstieg in eine Ausbildung.

shz.de von
22. Juli 2015, 14:30 Uhr

Flensburg | „Acht von elf jungen Männern fangen zum 1. Oktober eine Ausbildung an“, erzählt Petra Schenkluhn, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, erfreut. Hinter diesen positiven Zahlen steckt aber noch mehr. Die Männer haben erfolgreich am Projekt „Berufsstart Bau“ teilgenommen, das vor einem Jahr gestartet ist. Es findet in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Flensburg statt und bietet Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, eine Perspektive. Auch in diesem Jahr will die Kreishandwerkerschaft eine „Bau-Maßnahme“ anbieten.

Los geht die Einstiegsqualifizierung (EQ) im September mit einem Vorbereitungskurs in der überbetrieblichen Ausbildungsstätte der Kreishandwerkerschaft. Die Jugendlichen unter 25 Jahren können dort in Betriebe hineinschnuppern und herausfinden, welcher Beruf etwas für sie ist. Haben sie sich entschieden, absolvieren sie ab dem 1. Oktober ein Langzeit-Praktikum in einem geeigneten Ausbildungsbetrieb. Durch das Praktikum werden die Teilnehmer auf das Berufsleben vorbereitet und gehen gleichzeitig zum Berufsschulunterricht. Jugendliche mit besonderem Förderbedarf haben die Möglichkeit, vorhandene Defizite durch Qualifizierungsbausteine auszugleichen. Die Arbeitsagentur bezuschusst die sogenannten EQler mit einem festen Vertrag mit 216 Euro monatlich und erstattet die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz.

Unterstützt werden die Jugendlichen während der EQ-Maßnahme nicht nur von ihren Ausbildern, sondern auch von sozialpädagogischen Begleitern und Stützlehrern, die ihnen beibringen, was sie in der Berufsschule erwartet. „Das wissen viele nicht“, sagt Schenkluhn. Auch Leif Hansen, sozialpädagogischer Begleiter, hilft den „EQlern“, wo er nur kann. So kümmert er sich darum, dass sie pünktlich im Betrieb erscheinen, und um das Prozedere des EQ-Vertragsabschlusses.

Pascal Hadrich und Marcel Granitza sind durch die EQ zu ihrem Ausbildungsplatz bei Torben Hansen und Holger Meyer gekommen. Hadrich möchte Zimmerer werden, Granitza Straßenbauer. Beide sind von der Maßnahme begeistert und fühlen sich an ihren Arbeitsplätzen wohl. „Ich habe an einer Informationsveranstaltung teilgenommen und während der Vorbereitungsphase gemerkt, dass ich Straßenbauer werden möchte“, erinnert sich Granitza. Für Annegret Herzfeldt, Bereichsleiterin der Flensburger Arbeitsagentur, ist die Einstiegsqualifikation eine „sehr gute Möglichkeit, um den Ausbildungsweg zu eröffnen“. „Die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen ohne Ausbildung ist gestiegen“, stellt sie klar. Deshalb erfreut es sie umso mehr, dass die Maßnahme erfolgreich ist. Und vorteilhaft: „Die Jungs wissen bei Ausbildungsbeginn, was auf sie zukommt“, hebt Schenkluhn hervor. „Davon profitieren auch die Betriebe.“

Wer eine Einstiegsqualifikation absolvieren möchte, kann sich noch bis Ende August bei der Kreishandwerkerschaft anmelden. Im August wird es außerdem Infoveranstaltungen geben.


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