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Demo : Geschlossener Auftritt für den Frieden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rund 125 Aktive, darunter dänische Politiker und Pröpstin Carmen Rahlf, demonstrierten in diesem Jahr in Flensburg beim traditionellen Ostermarsch

Die Mehrzahl der Passanten schaute neugierig, einige erkannten in der Fahnen schwenkenden Gruppe gleich den Ostermarsch, doch insgesamt glitten Friedensmarschierer und Shoppingmenge am Sonnabend in Flensburgs Innenstadt reibungslos aneinander vorbei. Offenbar, ohne sich viel zu sagen zu haben, denn ein direkter Informationsaustausch war nicht zu beobachten.

Dabei gebe es genügend Krisenherde auf der Welt, die einen dringenden Protestappell für Frieden mehr als rechtfertigten, so der Tenor der Ostermarsch-Initiatoren. Rund 125 Aktive hatten sich zunächst am Nordertor versammelt. Dort stellten mit Vibeke Syppli Enrum (Regionsrådet Syddanmark) und Lars Dohn (Folketing) zwei dänische Parlamentarier der Enhedslisten EL ihre kritische Position zur aktuellen Politik in ihrem Land dar, das Kriegswaffen nach Israel liefere und das einmal mehr für 30 Milliarden Kronen neue Kampfjets anschaffen wolle. Unter Beifall verkündeten sie, dass der in Dänemark gerade gegründete „Pegida“-Ableger sein Wirken bereits wieder eingestellt habe.

Auf dem Nordermarkt erinnerte Ralf Cüppers von der DFG daran, dass vor nicht allzu langer Zeit in Meyn Atomwaffen stationiert gewesen seien. Aktuell deuteten seiner Ansicht nach elektronische Anlagen im nahen Bramstedtlund sowie die geplanten Drohnen in Jagel darauf hin, dass die Bundeswehr im Rahmen der Nato „längst im elektronischen Cyberkrieg involviert ist, und das ohne parlamentarische Beschlüsse“. Am Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes rief Ludwig Hecker die aus der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs gewonnene Erkenntnis in Erinnerung, dass nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen dürfe. „Doch seit ihrer Beteiligung am Jugoslawienkrieg hat die Bundesrepublik dagegen einen eklatanten Bruch begangen.“


Frieden braucht Verständnis


An einer weiteren Gedenkstätte, der für hingerichtete Deserteure an der Roten Straße, endete der diesjährige Flensburger Ostermarsch, an dem die bürgerlichen Parteien nicht teilnahmen. Dort plädierte Carmen Rahlf dafür, den Frieden immer stark zu machen, und zwar auf allen Ebenen gesellschaftlichen Lebens. „Frieden braucht politische Einsicht, Bildung sowie Achtung und ein Verständnis füreinander, ohne dass beispielsweise westliche Werte anderen Kulturen und Religionen aufgezwungen werden dürfen.“ Krieg sei immer auch eine Frage von Macht und Profit: „Würden wir die Hälfte des Rüstungsetats für Friedensforschung einsetzen, hätten wir ganz andere Perspektiven“, sagte die Pröpstin des Kirchenkreises. Die Ächtung des Krieges dürfe nicht nur in der UN-Charta manifestiert sein, sondern müsse als ideologiefreier Frieden in demokratischem Rahmen weltweit real umgesetzt werden.

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erstellt am 07.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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